Personne qui remplit une déclaration fiscale

Fort­schrit­te bei der steu­er­li­chen Be­hand­lung von Bus­sen

Sol­len Bus­sen von Fir­men steu­er­lich ab­zieh­bar sein? Die Wirt­schaft meint Ja. Sie sieht in Bus­sen, Geld­stra­fen und Ver­wal­tungs­sank­tio­nen ge­schäfts­mäs­sig be­grün­de­te Auf­wen­dun­gen. Weil der Staat alle Ge­win­ne von Un­ter­neh­men be­steu­ert, egal aus wel­cher Quel­le sie stam­men, muss er kon­se­quen­ter­wei­se auch die damit zu­sam­men­hän­gen­den Kos­ten steu­er­lich zum Abzug zu­las­sen (so­ge­nann­te Wert­neu­tra­li­tät des Steu­er­rechts). 

Der Bun­des­rat woll­te nach einem Bun­des­ge­richts­ur­teil mit einem Ge­set­zes­vor­schlag wei­ter Klar­heit schaf­fen. Das Ge­gen­teil ist ihm ge­lun­gen: Statt Fra­gen zu klä­ren, hat er wich­ti­ge of­fen­ge­las­sen und neue auf­ge­wor­fen. Die Kom­mis­si­on für Wirt­schaft und Ab­ga­ben des Stän­de­rats hat sich des­halb mehr­mals mit der Vor­la­ge be­fasst, die den Un­ter­neh­men Ab­zü­ge von fi­nan­zi­el­len Sank­tio­nen mit Straf­cha­rak­ter gänz­lich ver­weh­ren woll­te (un­be­strit­ten ist, dass Ge­winn­ab­schöp­fun­gen wie heute ab­zieh­bar blei­ben). 

Die Mehr­heit der Kom­mis­si­on will im In­ter­es­se des Werk­plat­zes Schweiz eine klare und ein­fach um­setz­ba­re Regel. Sie hat sich nun für einen Zwi­schen­weg ent­schie­den: Künf­tig soll die Ab­zugs­fä­hig­keit nicht für von Schwei­zer Ge­rich­ten oder Ver­wal­tungs­be­hör­den aus­ge­spro­che­ne Sank­tio­nen gel­ten, son­dern nur für sol­che von aus­län­di­schen In­sti­tu­tio­nen. Die­ser Ent­scheid ver­bes­sert die Vor­la­ge des Bun­des­rats ent­schei­dend und ent­spricht der Mi­ni­mal­for­de­rung von eco­no­mie­su­is­se aus der Ver­nehm­las­sung

Das Ple­num des Stän­de­rats soll­te sich nun im Mi­ni­mum dem Mehr­heits­ent­scheid der Kom­mis­si­on an­schlies­sen, bes­ten­falls aber die Ab­zugs­fä­hig­keit auch auf in­län­di­sche fi­nan­zi­el­le Sank­tio­nen aus­wei­ten.