Schweizerische Nationalbank

Ge­fähr­li­ches Voll­geld-Ex­pe­ri­ment ab­ge­wen­det

In aller Deut­lich­keit haben heute Volk und Stän­de Nein ge­sagt zu einem ris­kan­ten Ex­pe­ri­ment mit dem Schwei­zer Geld­sys­tem. eco­no­mie­su­is­se hat sich stark gegen die Voll­geld-In­itia­ti­ve en­ga­giert – umso er­freu­ter ist der Wirt­schafts­dach­ver­band nun über das klare Re­sul­tat. Die­ses darf auch als Ver­trau­ens­be­weis in die un­ab­hän­gi­ge Geld­po­li­tik der Na­tio­nal­bank ge­deu­tet wer­den. Ent­täuscht ist eco­no­mie­su­is­se über die An­nah­me des Geld­spiel­ge­set­zes – die Aus­brei­tung von Netz­sper­ren muss ver­hin­dert wer­den.

Die Voll­geld-In­itia­ti­ve hatte den An­spruch, das Schwei­zer Geld­sys­tem auf den Kopf zu stel­len. Davon woll­te heute eine klare Mehr­heit der Stimm­be­rech­tig­ten nichts wis­sen. Die Schweiz sieht also davon ab, sich auf ein hoch­ris­kan­tes, noch nie durch­ge­führ­tes Ex­pe­ri­ment ein­zu­las­sen. Aus Sicht von eco­no­mie­su­is­se ist das ein dop­pel­ter Ver­trau­ens­be­weis. Ei­ner­seits haben die Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer zur Kennt­nis ge­nom­men, dass der Fi­nanz­markt in den letz­ten Jah­ren stär­ker re­gu­liert und sta­bi­ler ge­macht wurde. An­de­rer­seits an­er­ken­nen sie damit die gute Ar­beit der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank, die dank ihrer Un­ab­hän­gig­keit zu­ver­läs­sig für Preis­sta­bi­li­tät sorgt.

«Wir haben ein funk­tio­nie­ren­des Geld­sys­tem und eine zu­ver­läs­si­ge Kre­dit­ver­sor­gung der Un­ter­neh­men. Es gab schlicht kei­nen Grund, das ohne Not aufs Spiel zu set­zen», kon­sta­tier­te eco­no­mie­su­is­se-Prä­si­dent Heinz Kar­rer.

Der Ein­satz von Netz­sper­ren darf nicht Schu­le ma­chen

Mit der An­nah­me des neuen Geld­spiel­ge­set­zes (BGS) wer­den in der Schweiz erst­ma­lig Netz­sper­ren im In­ter­net ein­ge­führt. eco­no­mie­su­is­se be­ob­ach­tet diese Ent­wick­lung mit gros­ser Skep­sis: Was mit der Sper­rung von On­line-Glücks­spie­len be­ginnt, kann schnell zu wei­te­rer Zen­sur in an­de­ren Be­rei­chen füh­ren, zum Bei­spiel im On­line­han­del, aber auch bei grenz­über­schrei­ten­den, im In­ter­net an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen. Es liegt nun an der Po­li­tik, ent­spre­chen­den For­de­run­gen nicht nach­zu­kom­men. Mo­ni­ka Rühl, Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­lei­tung von eco­no­mie­su­is­se, be­kräf­tigt die Po­si­ti­on der Wirt­schaft: «Netz­sper­ren sind ein In­stru­ment der Ab­schot­tung und für eine of­fe­ne, mo­der­ne Volks­wirt­schaft wie die Schweiz höchst ge­fähr­lich.»