Vernehmlassungsantwort

Ver­nehm­las­sung zur Än­de­rung des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)

Der Auf­trag ge­mäss Art. 394-406 Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR) hat in der Wirt­schafts­pra­xis gros­se Be­deu­tung. Der Ver­trags­typ dient ins­be­sond­re als Sam­mel­be­cken für alle Ar­beits- und Dienst­leis­tungs­ver­trä­ge, wel­che nicht einem ge­setz­li­chen Son­der­ty­pus (z.B. Ar­beits­ver­trag, spe­zi­fi­sche Auf­trags­ty­pen oder Werk­ver­trag) un­ter­ste­hen.

Die in­ter­ne Ver­nehm­las­sung bei eco­no­mie­su­is­se hat er­ge­ben, dass ein­zel­ne Bran­chen die Li­be­ra­li­sie­run­gen mit Nach­druck be­für­wor­ten, an­de­re je­doch sehen kei­nen Hand­lungs­be­darf für eine Ab­kehr vom Sta­tus quo. Da die vor­ge­schla­ge­ne Än­de­rung letzt­lich den Ak­teu­ren mehr Hand­lungs­frei­heit bringt, un­ter­stützt eco­no­mie­su­is­se in einer ge­samt­wirt­schaft­li­chen Ab­wä­gung die vor­ge­schla­ge­ne Li­be­ra­li­sie­rung bei der Ver­trags­ge­stal­tung im Auf­trags­recht im Grund­satz.

Klar ab­zu­leh­nen ist aber, dass die Aus­wei­tung der ver­trag­li­chen Hand­lungs­frei­heit ge­ra­de bei All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) nicht zur An­wen­dung ge­lan­gen soll.

Soll die neue Be­stim­mung die be­ab­sich­tig­te Er­leich­te­rung im Ge­schäfts­ver­kehr und Er­hö­hung der Rechts­si­cher­heit brin­gen, sind ge­ra­de AGB zwin­gend von der Li­be­ra­li­sie­rung zu er­fas­sen. An­sons­ten recht­fer­tigt sich die ge­sam­te Ge­set­zes­re­vi­si­on an­ge­sichts des damit ver­bun­de­nen Um­set­zungs­auf­wan­des nicht und die Re­vi­si­on wäre nicht wei­ter­zu­ver­fol­gen.