Geld

Bud­get 2025: Gleich­ge­wicht si­cher­stel­len

Das Wich­tigs­te in Kürze:

  • Im Bud­get 2025 über­stei­gen die Aus­ga­ben die Ein­nah­men.
  • Nur dank Kor­rek­tur­mass­nah­men und einer teil­wei­sen aus­ser­or­dent­li­chen Fi­nan­zie­rung der Mi­gra­ti­ons­aus­ga­ben ist das Bud­get aus­ge­gli­chen und schul­den­brems­kon­form.
  • Di­ver­se Mehr­aus­ga­ben ge­fähr­den das fi­nan­zi­el­le Gleich­ge­wicht. In der Bud­get­be­ra­tung im De­zem­ber müs­sen zwin­gend Kom­pen­sa­tio­nen ge­fun­den wer­den.

Das Thema Bun­des­fi­nan­zen gibt zu reden. Be­son­ders die Ent­las­tungs­mass­nah­men, die der Bun­des­rat zur Be­rei­ni­gung der Mil­li­ar­den­de­fi­zi­te im Bun­des­haus­halt er­grei­fen muss, wer­den kon­tro­vers dis­ku­tiert. Im Par­la­ment wird in der Win­ter­ses­si­on je­doch nicht das Ent­las­tungs­pa­ket be­ra­ten, son­dern wie die Ein­nah­men des Bun­des im nächs­ten Jahr ein­ge­setzt wer­den. Das Par­la­ment muss in der Win­ter­ses­si­on ein schul­den­brems­kon­for­mes Bud­get für das Jahr 2025 be­schlies­sen.

Ge­wich­ti­ge Aus­ga­ben­trei­ber be­las­ten das Bud­get

Seit der Co­ro­na-Pan­de­mie ist das von der Schul­den­brem­se ge­for­der­te Gleich­ge­wicht zwi­schen or­dent­li­chen Ein­nah­men und or­dent­li­chen Aus­ga­ben unter Druck. Der Grund liegt beim star­ken Wachs­tum der Aus­ga­ben. Trei­ber sind die Aus­ga­ben für die AHV wegen der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung, für die Prä­mi­en­ver­bil­li­gung in­fol­ge der stei­gen­den Ge­sund­heits­kos­ten, für die Si­cher­heit zur Stär­kung der Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit der Schweiz und für die Mi­gra­ti­on wegen Asyl und Schutz­sta­tus S.

Auf­grund des an­hal­tend hohen Aus­ga­ben­wachs­tums muss­te der Bun­des­rat be­reits in den letz­ten Jah­ren zwei Mal kurz­fris­ti­ge Bud­get­kor­rek­tu­ren be­schlies­sen (Um­fang 3 Mrd.), um die Schul­den­brem­se ein­zu­hal­ten. Zudem wird 2025 schon zum sechs­ten Mal auf den aus­ser­or­dent­li­chen Haus­halt zu­rück­ge­grif­fen (davon zum vier­ten Mal für den Schutz­sta­tus S). Der aus­ser­or­dent­li­che Haus­halt ist ei­gent­lich ein Not­ven­til, das nur aus­nahms­wei­se in An­spruch ge­nom­men wer­den darf. Dank der ge­nann­ten Mass­nah­men ist das Bud­get des Bun­des nun ins­ge­samt ge­ra­de aus­ge­gli­chen; der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum ist mit 100 Mil­lio­nen Fran­ken klein.

Auf­sto­ckun­gen der Fi­nanz­be­schlüs­se bringt Bud­get ins Un­gleich­ge­wicht

Den­noch hat das Par­la­ment ge­ra­de alle mehr­jäh­ri­gen Fi­nanz­be­schlüs­se auf­ge­stockt. Mit die­sen Rah­men­kre­di­ten wer­den die Aus­ga­ben der un­ge­bun­de­nen Auf­ga­ben­be­rei­che in den nächs­ten vier Jah­ren ge­steu­ert; es geht um Bil­dung und For­schung, um Land­wirt­schaft, die Armee und um Kul­tur und Um­welt. Mit den Vor­be­schlüs­sen fällt das Bud­get 2025 wie­der ins Un­gleich­ge­wicht. Die Vor­ga­ben der Schul­den­brem­se wer­den nicht mehr ein­ge­hal­ten.

Ar­mee­fi­nan­zie­rung for­dert das Par­la­ment

Ins­be­son­de­re die ra­sche­re Auf­sto­ckung der Ar­mee­aus­ga­ben ist ein gros­ses Thema. Seit 1990 ist der An­teil der Aus­ga­ben für die Si­cher­heit an den Ge­samt­aus­ga­ben von jähr­lich 19 Pro­zent kon­ti­nu­ier­lich auf 8 Pro­zent ge­sun­ken. 2019 wur­den noch 0.67 Pro­zent des BIP für die Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit der Schweiz aus­ge­ge­ben. Auf­grund der ver­än­der­ten Si­cher­heits­la­ge in Eu­ro­pa hat das Par­la­ment be­schlos­sen, diese Aus­ga­ben bis 2035 wie­der auf 1 Pro­zent des BIPs zu er­hö­hen. So ist es auch in der Pla­nung vor­ge­se­hen.

Das Par­la­ment will nun die­sen Aus­bau be­schleu­ni­gen und be­reits 2030 er­rei­chen. Die Folge ist ein zu­sätz­li­ches Mit­tel­wachs­tum von jähr­lich einer Mil­li­ar­de Fran­ken. Wie diese Mil­li­ar­de fi­nan­ziert wer­den soll, ist noch offen. Das Par­la­ment muss im Rah­men der Bud­get­be­ra­tung in der Win­ter­ses­si­on eine Lö­sung fin­den. Bis­he­ri­ge Ver­su­che, an­de­re Aus­ga­ben ent­spre­chend zu kür­zen, sind bis­lang ge­schei­tert.

Bund hat kein Ein­nah­men-, son­dern ein Aus­ga­ben­pro­blem

Das Par­la­ment dis­ku­tiert zwar auch zu­sätz­li­che Ein­nah­men zur Fi­nan­zie­rung der Armee über hö­he­re Steu­ern. Die­ser Weg ist je­doch nur denk­bar, wenn es gleich­zei­tig ge­lingt, das üb­ri­ge Fi­nanz­pro­blem des Bun­des zu lösen – und zwar über Kor­rek­tu­ren bei den Aus­ga­ben. Denn was in den ak­tu­el­len Dis­kus­sio­nen rund um das Bud­get rasch ver­ges­sen geht: Der Bund hat ein struk­tu­rel­les Aus­ga­ben­pro­blem. Wäh­ren­dem die Ein­nah­men seit Jah­ren dank einer star­ken Wirt­schaft kräf­tig zu­neh­men und sich ab­seh­bar auch wei­ter­hin sta­bil nach oben ent­wi­ckeln, sind die Aus­ga­ben noch stär­ker ge­wach­sen. Ohne Mass­nah­men wird das auch in Zu­kunft so blei­ben.

Keine neuen Aus­ga­ben oder nur mit gleich­zei­ti­ger Ge­gen­fi­nan­zie­rung

Der Hand­lungs­be­darf be­steht des­halb bei den Aus­ga­ben. Diese müs­sen wie­der auf das Ni­veau und das Wachs­tum der Ein­nah­men aus­ge­rich­tet wer­den. Das ent­spricht auch dem Grund­ge­dan­ken der Schul­den­brem­se, mit der der Bun­des­haus­halt ins­ge­samt im Gleich­ge­wicht ge­hal­ten wer­den soll. Für die Bud­get­de­bat­te in der Win­ter­ses­si­on be­deu­tet das: über­all dort auf die Brem­sen ste­hen, wo es darum geht, die Aus­ga­ben aus­zu­wei­ten. Wo trotz­dem neue Aus­ga­ben be­schlos­sen wer­den, sind gleich­zei­tig auch Fi­nan­zie­run­gen zu be­schlies­sen. Das Par­la­ment hat nicht die Wahl, ob es ein schul­den­brems­kon­for­mes Bud­get ver­ab­schie­den will. Es ist ein Auf­trag, der vom Volk so in der Ver­fas­sung vor­ge­ge­ben wird.

Mehr zu den Her­aus­for­de­run­gen im Fi­nanz­plan er­fah­ren Sie im nächs­ten Bei­trag.