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Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fa­mi­lie ver­bes­sern: Bun­des­rat will Steu­er­ab­zü­ge für ex­ter­ne Kin­der­be­treu­ung er­hö­hen

In der po­li­ti­schen De­bat­te wer­den ak­tu­ell zwei Wege dis­ku­tiert, mit wel­chen die bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fa­mi­lie ge­för­dert wer­den soll: mit Steu­er­ab­zü­gen oder mit Sub­ven­tio­nen. eco­no­mie­su­is­se fa­vo­ri­siert Ers­te­ren. Je nach Aus­ge­stal­tung fi­nan­ziert er sich lang­fris­tig selbst. Der Bun­des­rat sieht das auch so und hat dazu einen Ge­set­zes­vor­schlag in die Ver­nehm­las­sung ge­schickt.

2015 hat die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung (ESTV) in einer Stu­die be­legt, dass sich steu­er­li­che Ent­las­tun­gen bei Ehe­paa­ren und El­tern po­si­tiv auf deren Be­schäf­ti­gungs­quo­te aus­wir­ken. Die ESTV kam zum Schluss, dass sich vor allem die An­he­bung der steu­er­li­chen Ab­zü­ge für Kinderdritt­betreuungs­kosten volks­wirt­schaft­lich lohne. Diese Mass­nah­me sei ein ef­fi­zi­en­tes Mit­tel, um Müt­ter mit hö­he­ren Pen­sen ins Ar­beits­le­ben zu in­te­grie­ren und damit auch dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Die Be­schäf­ti­gungs­quo­te von Frau­en mit Be­treu­ungs­auf­ga­ben ist in der Schweiz im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich überdurch­schnittlich hoch. Al­ler­dings ar­bei­ten die meis­ten Müt­ter Teil­zeit und dies mit einer ge­rin­gen An­zahl an Ar­beits­stun­den. Ein Grund dafür liegt ge­mäss ESTV und OECD in der hohen Steu­er- und Ab­ga­ben­be­las­tung des Zweit­ver­diens­tes: hö­he­re Steu­er­be­las­tung auf­grund der Pro­gres­si­on, hö­he­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­ga­ben und hö­he­re Be­treu­ungs­kos­ten (es fal­len mehr Be­treu­ungs­stun­den an, und mit dem Ein­kom­men stei­gen auch die Be­treu­ungs­ta­ri­fe). Wenn die ef­fek­ti­ven Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten nicht vom Ein­kom­men ab­ge­zo­gen wer­den kön­nen, lohnt sich in ge­wis­sen Kon­stel­la­tio­nen ein Zweit­ver­dienst oft­mals nicht. Im schlimms­ten Falle hat eine Fa­mi­lie gar mit Lohn­ein­bus­sen zu rech­nen. Der Bun­des­rat will dem ent­ge­gen­wir­ken und hat einen Gesetzes­vorschlag er­ar­bei­tet, der die­sen Er­kennt­nis­sen Rech­nung trägt. Die­ser steht noch bis zum 12. Juli zur Ver­nehm­las­sung.

Po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf Volks­wirt­schaft er­war­tet

Die neu be­an­trag­te Re­ge­lung sieht vor, dass El­tern bei der di­rek­ten Bun­des­steu­er ma­xi­mal 25‘000 Fran­ken pro Kind und Jahr an Kin­der­dritt­be­treu­ungs­kos­ten vom Ein­kom­men ab­zie­hen kön­nen. Auch die Kan­to­ne sol­len eine Ab­zugs­ober­gren­ze ein­füh­ren, die nicht we­ni­ger als 10‘000 Fran­ken be­tra­gen darf. Län­ger­fris­tig ver­spricht sich der Bun­des­rat von die­ser Mass­nah­me zur bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fa­mi­lie nicht nur eine hö­he­re Be­schäf­ti­gungs­quo­te, son­dern auch eine Be­le­bung des Ar­beits­mark­tes und die bes­se­re Aus­nut­zung des Fach­kräf­te­po­ten­zi­als. Bei­des dürf­te sich län­ger­fris­tig güns­tig auf die Steu­er­ein­nah­men aus­wir­ken – die Vor­la­ge würde sich also selbst fi­nan­zie­ren oder sogar zu zu­sätz­li­chen Steu­er­ein­nah­men füh­ren. Die­ses An­lie­gen kann die Wirt­schaft nur un­ter­stüt­zen. Sie liegt auch ganz im In­ter­es­se der Steu­er­zah­le­rin und des Steu­er­zah­lers.

Sub­ven­tio­nen des Bun­des für fa­mi­li­en­ex­ter­ne Kin­der­be­treu­ung un­ter­stützt eco­no­mie­su­is­se nicht. Denn die Fa­mi­li­en­po­li­tik liegt in der Kom­pe­tenz von Kan­to­nen und Ge­mein­den. Das gilt so­wohl für damit zusammen­hängende Staats­auf­ga­ben als auch für deren Fi­nan­zie­rung. So ver­lan­gen es der be­währ­te Fö­de­ra­lis­mus und kon­kre­ter noch die Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Aufgaben­teilung (NFA). Der Bund hat sich in diese Kom­pe­tenz­be­rei­che nicht ein­zu­mi­schen. Vor­la­gen, die den Fö­de­ra­lis­mus und den NFA un­ter­gra­ben, lehnt eco­no­mie­su­is­se des­halb schon aus grund­sätz­li­chen Über­le­gun­gen ab.