Hand fügt Brief in Urne, Flagge im Hintergrund

eco­no­mie­su­is­se lehnt re­vi­dier­tes Film­ge­setz und Mas­sen­tier­hal­tungs­in­itia­ti­ve ab

Der Vor­stand von eco­no­mie­su­is­se hat diese Woche die Ab­stim­mungs­pa­ro­len zu zwei na­tio­na­len Vor­la­gen ge­fasst. Dem Sub­ven­ti­ons­zwang, den die so­ge­nann­te «Lex Net­flix» Strea­m­ing-An­bie­tern zu­guns­ten des Schwei­zer Film­schaf­fens auf­bür­den will, er­teilt der Wirt­schafts­dach­ver­band aus ord­nungs­po­li­ti­schen Über­le­gun­gen eine klare Ab­sa­ge. Ab­ge­lehnt wird auch die Mas­sen­tier­hal­tungs­in­itia­ti­ve. Diese ist mit in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen der Schweiz nicht ver­ein­bar und würde Land­wirt­schaft und Kon­su­mie­ren­de mit hohen Kos­ten be­las­ten.

Am 15. Mai stimmt die Schweiz über das re­vi­dier­te Film­ge­setz (FiG) ab. Es sieht vor, dass in­ter­na­tio­na­le Strea­m­ing­diens­te wie Net­flix oder Dis­ney+, aber auch Schwei­zer Un­ter­neh­men mit ent­spre­chen­den On­line­an­ge­bo­ten künf­tig min­des­tens vier Pro­zent ihrer im In­land er­ziel­ten Brut­to­ein­nah­men in ein­hei­mi­sche Film­pro­duk­tio­nen in­ves­tie­ren müs­sen. Al­ter­na­tiv sol­len sie mit einer Er­satz­ab­ga­be be­las­tet wer­den. Aus Sicht von eco­no­mie­su­is­se ist es ein fal­sches Si­gnal, wenn der Wett­be­werb durch die Zwangs­sub­ven­tio­nie­rung be­stimm­ter An­ge­bo­te aus­ge­he­belt wird. Ei­ner­seits dürf­ten die Kos­ten di­rekt auf die Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten ab­ge­wälzt wer­den. An­de­rer­seits ent­steht so ein ge­fähr­li­ches Prä­ju­diz für eine wei­ter­ge­hen­de un­ge­eig­ne­te Re­gu­lie­rung und Um­ver­tei­lung im di­gi­ta­len Raum.

Die In­itia­ti­ve gegen Mas­sen­tier­hal­tung wird im Herbst die­ses Jah­res an die Urnen kom­men. Auch zu die­ser Vor­la­ge emp­fiehlt eco­no­mie­su­is­se ein Nein. Dass in der Tier­hal­tung das Tier­wohl stets be­rück­sich­tigt wer­den muss, ist be­reits heute ge­setz­lich ver­an­kert. Die Fest­le­gung von Höchst­zah­len für die ein­zel­nen Be­trie­be bringt nicht per se einen Zu­satz­nut­zen, zumal die Schweiz im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich be­reits heute nied­ri­ge Be­triebs­grös­sen auf­weist. Weil die In­itia­ti­ve dar­über hin­aus Ex­port­be­schrän­kun­gen für tie­ri­sche Pro­duk­te ver­langt, führt sie zu Ver­stös­sen gegen in­ter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen der Schweiz. Zur Durch­set­zung wären auf­wen­di­ge Kon­trol­len nötig. Doch nicht nur beim Staat, son­dern auch bei den Land­wirt­schafts­be­trie­ben und den Schwei­zer Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten würde die In­itia­ti­ve zu spür­ba­ren Mehr­kos­ten füh­ren.