Bi­la­te­ra­le III: Jetzt ist der Bun­des­rat in der Pflicht

Nach Ab­schluss der Kon­sul­ta­tio­nen zum Ent­wurf des Ver­hand­lungs­man­dats für die Bi­la­te­ra­len III hat der Bun­des­rat Ge­wiss­heit: Die par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen, die Kan­to­ne und die Wirt­schaft ste­hen mehr­heit­lich hin­ter den Ver­hand­lun­gen über die Si­che­rung und Wei­ter­ent­wick­lung des bi­la­te­ra­len Wegs. Nun ist der Bun­des­rat ge­for­dert, ge­schlos­sen für die Ver­hand­lun­gen ein­zu­ste­hen und diese in allen As­pek­ten zu un­ter­stüt­zen.

Die Kon­sul­ta­tio­nen zum Man­dats­ent­wurf für die Ver­hand­lun­gen über die Bi­la­te­ra­len III sind ab­ge­schlos­sen. Noch nie hat der Bun­des­rat in den letz­ten Jah­ren vor der Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen so breit kon­sul­tiert. Über vier­zehn par­la­men­ta­ri­sche Kom­mis­sio­nen, die Kan­to­ne, die So­zi­al­part­ner und die Wirt­schafts­ver­bän­de waren zu einer Stel­lung­nah­me ein­ge­la­den. Auch die Trans­pa­renz wurde gross ge­schrie­ben: Nicht nur das Re­sul­tat der Son­die­run­gen, son­dern auch der Man­dats­ent­wurf wurde pu­bli­ziert. Ein Novum. Eine Ein­ord­nung der wich­tigs­ten Po­si­ti­ons­be­zü­ge sieht etwa so aus: Alle kon­sul­tier­ten Kom­mis­sio­nen haben sich ba­sie­rend auf dem Man­dats­ent­wurf für die Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen aus­ge­spro­chen und Emp­feh­lun­gen an­ge­bracht, unter ihnen die Aus­sen­po­li­ti­schen Kom­mis­sio­nen sowie die Kom­mis­sio­nen für Wirt­schaft und Ab­ga­ben der bei­den Räte. Die Kon­fe­renz der Kan­tons­re­gie­run­gen (KdK) gab eben­falls grü­nes Licht: Ganze 24 Kan­to­ne un­ter­stüt­zen die be­vor­ste­hen­den Ver­hand­lun­gen mit der EU. Schliess­lich spricht sich auch eine brei­te Al­li­anz aus Wirt­schaft, Po­li­tik, Wis­sen­schaft und Zi­vil­ge­sell­schaft für die Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen aus (siehe Mit­tei­lung von stark+ver­netzt). So­weit so gut. Aber das wird nicht rei­chen. Denn von ver­schie­de­ner Seite gibt es auch star­ken Wi­der­stand. Dabei wer­den schon jetzt alle Re­gis­ter ge­zo­gen. Man könn­te mei­nen, dass es be­reits um das Re­sul­tat der Ver­hand­lun­gen ginge.

Nun liegt der Ball wie­der beim Bun­des­rat. Die­ser hat sich wäh­rend der Kon­sul­ta­ti­ons­pha­se kom­mu­ni­ka­tiv zu­rück­ge­hal­ten. Das muss sich jetzt nach Ab­schluss der Kon­sul­ta­tio­nen än­dern. Der Bun­des­rat ist nun ge­for­dert, grü­nes Licht für die Ver­hand­lun­gen zu geben und sich ge­schlos­sen für ein über­zeu­gen­des Paket ein­zu­set­zen. Das Paket Bi­la­te­ra­le III ist der rich­ti­ge Weg für die Schweiz. Nur so kön­nen wir die wei­te­re Ero­si­on des bi­la­te­ra­len Wegs und der Markt­teil­nah­me stop­pen. Die Welt wird in den kom­men­den Jah­ren von geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen und zu­neh­men­dem Pro­tek­tio­nis­mus ge­prägt sein. Ge­ra­de des­halb braucht es jetzt eine Lan­des­re­gie­rung, wel­che das Pro­jekt der Bi­la­te­ra­len III ge­schlos­sen und en­ga­giert nach Innen und Aus­sen ver­tritt. Nur so kann sie die brei­te Un­ter­stüt­zung aus dem Par­la­ment, den Kan­to­nen und der Wirt­schaft po­li­tisch nut­zen.

Wir von eco­no­mie­su­is­se un­ter­stüt­zen die bal­di­ge Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen mit der EU zur Si­che­rung und Wei­ter­ent­wick­lung des bi­la­te­ra­len Wegs (siehe Stel­lung­nah­me eco­no­mie­su­is­se). Der Bun­des­rat wird auf­ge­for­dert, hart zu ver­han­deln. Da die Schwei­zer Di­plo­ma­tie der EU in den Son­die­rungs­ge­sprä­chen wich­ti­ge Ver­bes­se­run­gen ab­rin­gen konn­te, ist es ent­schei­dend, dass diese in den Ver­hand­lun­gen nun ver­bind­lich ge­re­gelt wer­den.