Sprechblase mit EU-Fahne und Sprechblase mit Schweizer Fahne

Rah­men­ab­kom­men: Rasch ein po­si­ti­ves Si­gnal an die EU sen­den!

Der Bun­des­rat soll mit der EU-Kom­mis­si­on um­ge­hend die noch of­fe­nen Fra­gen beim Rah­men­ab­kom­men klä­ren und der Kom­mis­si­on recht­zei­tig mit­tei­len, dass der Pro­zess bis hin zur Ra­ti­fi­zie­rung des Ab­kom­mens ein­ge­lei­tet wird. Die Wirt­schafts­ver­bän­de eco­no­mie­su­is­se, Swiss­mem, sci­en­ce­in­dus­tries und Schwei­ze­ri­sche Ban­kier­ver­ei­ni­gung for­dern damit ein von der Kün­di­gungs­in­itia­ti­ve un­ab­hän­gi­ges, ra­sches Vor­ge­hen. Die EU ih­rer­seits soll auf Dis­kri­mi­nie­rungs­mass­nah­men ge­gen­über der Schweiz ver­zich­ten.

Die Wirt­schaft un­ter­stützt Mass­nah­men in der Innen- und Aus­sen­po­li­tik zur Si­che­rung und Fort­set­zung des bi­la­te­ra­len Wegs. Die von den Bi­la­te­ra­len di­rekt be­trof­fe­nen Wirt­schafts­zwei­ge sind für rund 27 Pro­zent des Schwei­zer Brut­to­in­land­pro­dukts ver­ant­wort­lich. Damit die Schweiz wei­ter­hin am eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt teil­neh­men kann, ist der Bun­des­rat auf­ge­ru­fen, zu­sam­men mit der EU-Kom­mis­si­on rasch die noch of­fe­nen Punk­te im Rah­men­ab­kom­men, ins­be­son­de­re bei den flan­kie­ren­den Mass­nah­men, den staat­li­chen Bei­hil­fen und der Uni­ons­bür­ger­richt­li­nie zu klä­ren. Dar­auf ba­sie­rend braucht es vom Bun­des­rat recht­zei­tig ein deut­li­ches, po­si­ti­ves Si­gnal an die EU, dass der Pro­zess bis hin zur Ra­ti­fi­zie­rung des Ab­kom­mens rasch ein­ge­lei­tet wird. Die EU ih­rer­seits soll noch vor der Som­mer­pau­se die Gleich­wer­tig­keit der Schwei­zer Bör­sen­re­gu­lie­rung ver­län­gern und die not­wen­di­gen Ak­tua­li­sie­run­gen des Ab­kom­mens über die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung von Kon­for­mi­täts­be­wer­tun­gen (MRA) im Med-Tech-Be­reich vor­neh­men.

Dies for­dern der Wirt­schafts­dach­ver­band eco­no­mie­su­is­se sowie die Bran­chen­ver­bän­de Swiss­mem, sci­en­ce­in­dus­tries und Schwei­ze­ri­sche Ban­kier­ver­ei­ni­gung. An sei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Sit­zung von heute Mor­gen ver­ab­schie­de­te der eco­no­mie­su­is­se-Vor­stand diese For­de­run­gen an den Bun­des­rat und an die EU-Kom­mis­si­on.

In der In­nen­po­li­tik sind drei Wei­chen­stel­lun­gen vor­zu­neh­men. Ers­tens soll der Schwei­zer Ko­hä­si­ons­bei­trag als Aus­druck der fort­ge­setz­ten Nor­ma­li­sie­rung der bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen vom Par­la­ment ver­ab­schie­det wer­den. Zwei­tens soll das Par­la­ment die Lan­des­re­gie­rung un­ter­stüt­zen und das Rah­men­ab­kom­men nicht ver­zö­gern. Und schliess­lich darf der Pro­zess zur Ra­ti­fi­zie­rung des Rah­men­ab­kom­mens nicht erst nach er­folg­ter Ab­leh­nung der SVP-Kün­di­gungs­in­itia­ti­ve ein­ge­lei­tet wer­den. Eine rein in­nen­po­li­tisch mo­ti­vier­te Ver­zö­ge­rungs­tak­tik lehnt die Wirt­schaft ab. Ein Vor­zug der Ab­stim­mung über die Kün­di­gungs­in­itia­ti­ve käme nur dann in­fra­ge, wenn die EU zu­si­chert, bis dahin keine Mass­nah­men gegen die Schweiz zu er­grei­fen.

Soll­ten sich Bun­des­rat und EU bis Ende Juni nicht über das wei­te­re Vor­ge­hen ei­ni­gen kön­nen, ist mit einer ra­schen und nach­hal­ti­gen Ver­schlech­te­rung der bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen zwi­schen der Schweiz und der Eu­ro­päi­schen Union zu rech­nen. Ein Zu­war­ten beim Rah­men­ab­kom­men birgt also er­heb­li­che Ri­si­ken für den Wirt­schafts­stand­ort Schweiz.

 

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