Preis­er­hö­hun­gen im öf­fent­li­chen Ver­kehr zu ge­ring

Die Prei­se für den öf­fent­li­chen Ver­kehr sol­len ge­mäss heu­ti­ger Me­di­en­mit­tei­lung des Ver­bands öf­fent­li­cher Ver­kehr (VöV) per De­zem­ber 2011 um durch­schnitt­lich 1,5 Pro­zent er­höht wer­den. Damit sol­len die auf­grund von An­ge­bots­ver­bes­se­run­gen stei­gen­den Kos­ten ge­deckt wer­den. Eine stär­ke­re Kos­ten­be­tei­li­gung der Nut­zer er­ach­tet eco­no­mie­su­is­se als rich­tig. Die Preis­er­hö­hun­gen fal­len je­doch zu ge­ring aus.
Wie hoch die heute kom­mu­ni­zier­ten Preis­er­hö­hun­gen letzt­lich aus­fal­len wer­den, ist noch nicht klar. Wäh­rend der nächs­ten 30 Tage führt der VöV die Ge­samt­ab­stim­mung bei den an den Ta­ri­fen be­tei­lig­ten Trans­port­un­ter­neh­men durch. Zudem kann der Preis­über­wa­cher be­an­tra­gen, dass auf die Ta­rif­er­hö­hung ganz oder teil­wei­se zu ver­zich­ten ist.

Die hö­he­re Be­tei­li­gung der Nut­zer ist ein rich­ti­ger Zwi­schen­schritt. Ver­ur­sa­cher müs­sen im öf­fent­li­chen Ver­kehr deut­lich stär­ker an den Kos­ten par­ti­zi­pie­ren. Die kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­bau­ten Leis­tun­gen gin­gen bis anhin zu wenig mit Preis­er­hö­hun­gen ein­her. Die letz­te Ta­rif­an­pas­sung vor jener Ende 2010 lag drei Jahre zu­rück. Das Stre­cken­netz des ÖV wurde in den letz­ten Jah­ren aber deut­lich län­ger, das Roll­ma­te­ri­al bes­ser und die Rei­se­zei­ten kür­zer. Eine Preis­er­hö­hung um durch­schnitt­lich 1,5 Pro­zent er­scheint in An­be­tracht einer pro­gnos­ti­zier­ten Teue­rung für 2011 von knapp 1 Pro­zent und des Ei­gen­fi­nan­zie­rungs­gra­des des ÖV von we­ni­ger als 50 Pro­zent aber als zu ge­ring. Kon­se­quen­ter­wei­se müss­te die Nut­zer­fi­nan­zie­rung wei­ter er­höht und gleich­zei­tig die Quer­fi­nan­zie­rung zwi­schen Stras­se und Schie­ne re­du­ziert wer­den. Damit wür­den die ver­zerr­ten An­rei­ze für ÖV-Be­nut­zer aus volks­wirt­schaft­li­cher Sicht kor­ri­giert.