Win­ter­ses­si­on 2024

Im vor­weih­nacht­li­chen End­spurt haben die die Räte das Bud­get 2025 unter Dach und Fach ge­bracht. Die Gel­der für die Armee wur­den er­höht, die Schul­den­brem­se ein­ge­hal­ten. Al­ler­dings bleibt un­klar, wie der Bund die nach wie vor stei­gen­den Aus­ga­ben fi­nan­zie­ren will. Sub­ven­tio­nen I: Der Stän­de­rat greift bei der Kin­der­be­treu­ung zur Giess­kan­ne. Sub­ven­tio­nen II: Die Räte be­trei­ben schäd­li­che In­dus­trie­po­li­tik für die Stahl­in­dus­trie. Mam­mut­vor­la­ge auf Kurs: Das Zoll­ge­setz geht in die Dif­fe­renz­ber­ei­ni­gung. Keine Ex­pe­ri­men­te mit Staats­me­di­zin: Der Stän­de­rat lehnt eine kan­to­na­le Ein­heits­kas­se ab. Auf der lan­gen Bank: Eine ganze Reihe von Top-The­men der Wirt­schaft haben die Räte aus dem Ses­si­ons­pro­gramm ge­stri­chen, vom Bahn-Gü­ter­trans­port über Sam­mel­kla­gen, In­di­vi­du­al­be­steue­rung, Um­set­zung der Ta­bakinitia­ti­ve bis zur Liste der La­bo­rana­ly­sen.

Fi­nan­zen & Steu­ern

Prio­ri­tä­ten set­zen und Schul­den­brem­se ein­hal­ten

Das Bud­get des Bun­des­rats ent­spricht den Vor­ga­ben der Schul­den­brem­se. Al­ler­dings hat das Par­la­ment in di­ver­sen Be­rei­chen Mehr­aus­ga­ben be­schlos­sen. Um die Schul­den­brem­se ein­zu­hal­ten, müs­sen die Räte Prio­ri­tä­ten set­zen und auf­zei­gen, wie die Mehr­aus­ga­ben ge­gen­fi­nan­ziert wer­den sol­len.

Darum geht es: Der Bun­des­rat hat dank Kor­rek­tur­mass­nah­men von 2 Mil­li­ar­den Fran­ken und der zum Teil aus­ser­or­dent­li­chen Fi­nan­zie­rung der Mi­gra­ti­ons­aus­ga­ben ein mit der Schul­den­brem­se kon­for­mes Bud­get 2025 ver­ab­schie­det. Der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum ist klein. Trotz­dem will das Par­la­ment für das nächs­te Jahr di­ver­se Aus­ga­ben auf­sto­cken. Ins­be­son­de­re das Ar­mee­bud­get soll noch stär­ker aus­ge­baut wer­den, um das 1%-BIP­Ziel be­reits 2030 (statt 2035) zu er­rei­chen. Die Mehr­aus­ga­ben müs­sen in an­de­ren Be­rei­chen kom­pen­siert wer­den. Zur Dis­kus­si­on ste­hen Kür­zun­gen u.a. bei Ent­wick­lungs­hil­fe, Asyl und Bun­des­per­so­nal.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Ein­hal­tung der Schul­den­brem­se ist zen­tral für die Wirt­schaft. Sta­bi­le, ge­sun­de Fi­nan­zen sind wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für einen zu­ver­läs­si­gen Staat mit mo­dera­ter Steu­er­be­las­tung. Keine Firma, die per­ma­nent mehr aus­gibt als ein­nimmt, kann lang­fris­tig wett­be­werbs­fä­hig blei­ben. Es gilt daher, Prio­ri­tä­ten zu set­zen. Wo neue Aus­ga­ben be­schlos­sen wer­den, ist eine Kür­zung an einem an­de­ren Ort fest­zu­le­gen. Die schwie­ri­ge Lage der Bun­des­fi­nan­zen, die im nächs­ten Jahr mit dem Ent­las­tungs­pro­gramm in An­griff ge­nom­men wer­den muss, darf sich durch die Bud­get­be­schlüs­se nicht ver­schlim­mern. Die Po­li­tik ist auf­ge­for­dert, das Ge­samt­bild vor Augen zu haben, die Ver­ant­wor­tung für sta­bi­le Fi­nan­zen wahr­zu­neh­men und aus­ge­wo­ge­ne Kom­pro­mis­se zu fin­den.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me - be­dingt

Stand der Be­ra­tun­gen: Das Bud­get 2025 ist unter Dach und Fach, ohne Lo­cke­rung der Schul­den­brem­se. Mehr­aus­ga­ben für Armee und Land­wirt­schaft von rund 600 Mil­lio­nen Fran­ken muss­ten in an­de­ren Be­rei­chen kom­pen­siert wer­den. Da die Aus­ga­ben im Fi­nanz­plan stark wach­sen, ins­be­son­de­re für die AHV und die Armee, dro­hen dem Bun­des­haus­halt in den nächs­ten Jah­ren mil­li­ar­den­ho­he De­fi­zi­te.

Keine neuen Ver­flech­tun­gen

eco­no­mie­su­is­se be­grüsst Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung von Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­li­en und Beruf. Die Or­ga­ni­sa­ti­on und fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung der Kin­der­be­treu­ung ist aber keine Bun­des­auf­ga­be. Die Kom­pe­tenz liegt bei den Kan­to­nen und Ge­mein­den. Der Be­darf für Or­ga­ni­sa­ti­on und Un­ter­stüt­zung ist nicht nur zwi­schen Ein­kom­mens­klas­sen, son­dern auch zwi­schen den Re­gio­nen un­ter­schied­lich. Kan­to­ne, Ge­mein­den und Fir­men kön­nen Pro­jek­te über die be­ste­hen­den fö­de­ra­len Struk­tu­ren viel ge­ziel­ter un­ter­stüt­zen als der Bund mit teu­ren Ein­heits­lö­sun­gen.

Darum geht es: Die par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve der WBK-N will die zur­zeit be­fris­te­te An­stoss­fi­nan­zie­rung in eine ste­ti­ge Un­ter­stüt­zung über­füh­ren. Das ur­sprüng­li­che Kon­zept wurde von der WBK-S mo­di­fi­ziert und in einen in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag zur Kita-In­itia­ti­ve der SP um­ge­wan­delt. Die El­tern­bei­trä­ge sol­len neu ana­log zu den Fa­mi­li­en­zu­la­gen von den Ar­beit­ge­bern fi­nan­ziert und über das be­ste­hen­de Sys­tem aus­be­zahlt wer­den. Die Kos­ten lie­gen bei ca. 640 Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr. Eine Min­der­heit ver­langt ein En­ga­ge­ment des Bun­des von bis zu 200 Mil­lio­nen Fran­ken. Die neuen El­tern­bei­trä­ge kämen zu den be­ste­hen­den kan­to­na­len und kom­mu­na­len För­der­bei­trä­gen hinzu.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Wirt­schaft be­grüsst ge­eig­ne­te Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Beruf. Pro­ble­me eines al­len­falls un­ge­nü­gen­den Be­treu­ungs­an­ge­bots müs­sen je­doch dort ge­löst wer­den, wo sie ent­ste­hen: auf Ebene der Kan­to­ne und Ge­mein­den. Eine neue Auf­ga­ben- und Fi­nan­zie­rungs­ver­flech­tung zwi­schen dem Bund und den Kan­to­nen (Kon­zept WBK-N und Kita-In­itia­ti­ve) ist ab­zu­leh­nen. Auch der Vor­schlag der WBK-S ist höchst bü­ro­kra­tisch und über­steu­ert die ma­te­ri­ell zu­stän­di­gen Kan­to­ne. Kan­to­ne und Ge­mein­den sind selbst in der Lage, die Auf­ga­be zu re­geln und fi­nan­zi­ell ge­mäss den po­li­ti­schen Prä­fe­ren­zen zu tra­gen. Der Bund hat mit der An­stoss­fi­nan­zie­rung, die immer wie­der ver­län­gert und auf­ge­stockt wor­den ist, be­reits um­fang­rei­che Un­ter­stüt­zung ge­leis­tet.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: Ab­leh­nung

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat hat sich mit 27 zu 14 Stim­men für eine Be­treu­ungs­zu­la­ge aus­ge­spro­chen, wel­che die WBK-S zuvor neu in die Vor­la­ge in­te­griert hat. Über die Fi­nan­zie­rung der Zu­la­gen ent­schei­den sol­len die Kan­to­ne. Die Kan­to­ne könn­ten für die Zu­la­ge Ar­beit­ge­ber, An­ge­stell­te und Selbst­stän­di­ge in die Pflicht neh­men. Vom Bund sind keine Be­trä­ge an die Be­treu­ung vor­ge­se­hen. 

Aus­sen­wirt­schaft

Chan­ce jetzt pa­cken!

Das Frei­han­dels­ab­kom­men der EFTA-Staa­ten mit In­di­en ist das erste, das das auf­stre­ben­de Land mit eu­ro­päi­schen Part­nern ab­ge­schlos­sen hat. Die Schwei­zer Wirt­schaft un­ter­stützt die­ses Ab­kom­men aus­drück­lich. Es er­öff­net un­se­rer Ex­port­na­ti­on einen bes­se­ren Markt­zu­gang zu einer Volks­wirt­schaft mit einem Wachs­tums­trend von jähr­lich 6 bis 9 Pro­zent. Die Im­port­zöl­le wer­den in den kom­men­den Jah­ren deut­lich sin­ken.

Darum geht es: Am 20. März 2024 haben die EFTA-Staa­ten mit In­di­en ein Frei­han­dels­ab­kom­men FHA un­ter­zeich­net. Für die Schwei­zer Aus­sen­wirt­schaft ist das ein Mei­len­stein. Erst­mals ver­ein­bart In­di­en im Rah­men eines Frei­han­dels­ab­kom­mens ein recht­lich ver­bind­li­ches Ka­pi­tel zu Han­del und Nach­hal­tig­keit. Das FHA ver­schafft Schwei­zer Un­ter­neh­men ge­gen­über ihren Kon­kur­ren­ten aus der EU und UK, die noch über kein Ab­kom­men mit In­di­en ver­fü­gen, einen wich­ti­gen Wett­be­werbs­vor­teil.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Wirt­schaft emp­fiehlt das Frei­han­dels­ab­kom­men mit In­di­en zu ge­neh­mi­gen. Will die Schweiz ihren kom­pe­ti­ti­ven Vor­teil nut­zen, dann ist eine zü­gi­ge Ra­ti­fi­zie­rung des Frei­han­dels­ab­kom­mens in ihrem In­ter­es­se. So könn­ten Schwei­zer Un­ter­neh­men bes­ten­falls schon Ende 2025 von des­sen zahl­rei­chen Vor­tei­len pro­fi­tie­ren. In Zei­ten des welt­weit zu­neh­men­den Pro­tek­tio­nis­mus er­hält die Ex­port­na­ti­on Schweiz die Chan­ce, am wirt­schaft­li­chen Po­ten­zi­al des welt­weit be­völ­ke­rungs­reichs­ten Lan­des mit ste­ti­gem Wirt­schafts­wachs­tum teil­zu­ha­ben. Schwei­zer Un­ter­neh­men er­hal­ten einen bes­se­ren Markt­zu­gang für Güter und Dienst­leis­tun­gen. Der Schutz des geis­ti­gen Ei­gen­tums wird eben­falls ver­bes­sert.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat hat das Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen den EFTA-Staa­ten und der Re­pu­blik In­di­en mit 41 zu 0 Stim­men bei drei Ent­hal­tun­gen gut­ge­heis­sen. Das Ge­schäft geht nun an der Na­tio­nal­rat.

Dop­pel­spu­rig­kei­ten ver­hin­dern

Der grenz­über­schrei­ten­de Han­del mit Fol­ter­gü­tern soll mit­tels eines neuen Ge­set­zes stren­ger kon­trol­liert wer­den. Die­ses An­lie­gen ist zu un­ter­stüt­zen. Bei der Um­set­zung sind aber Dop­pel­spu­rig­kei­ten durch meh­re­re Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren und damit un­nö­ti­ge Han­dels­hemm­nis­se zu ver­hin­dern.

Darum geht es: Der grenz­über­schrei­ten­de Han­del mit Gü­tern, die zur Voll­stre­ckung der To­des­stra­fe oder zu Fol­ter ver­wen­det wer­den kön­nen, soll künf­tig stren­ger kon­trol­liert wer­den. Der Bun­des­rat hat dafür ein neues Ge­setz ent­wor­fen.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Ziel­set­zung des Fol­ter­gü­ter­ge­set­zes ist zu un­ter­stüt­zen. Al­ler­dings gibt es pro­ble­ma­ti­sche Dop­pel­spu­rig­kei­ten zu an­de­ren ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen. Ei­ni­ge der im Fol­ter­gü­ter­ge­setz er­wähn­ten Güter sind be­reits durch an­de­re Re­gu­lie­run­gen ent­we­der be­wil­li­gungs­pflich­tig oder ver­bo­ten. Meh­re­re Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren auf der Grund­la­ge ver­schie­de­ner Ge­set­ze würde den ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wand für Fir­men un­nö­tig stei­gern. eco­no­mie­su­is­se for­dert des­halb die An­wen­dung des Sub­si­dia­ri­täts­prin­zips. Ein Ex­port soll mög­lich sein, wenn eine Be­hör­den­be­wil­li­gung auf der Grund­la­ge eines an­de­ren Ge­set­zes be­reits vor­liegt. Folg­lich un­ter­stützt eco­no­mie­su­is­se den Mehr­heits­an­trag zu Art. 2 Abs. 3, für Arz­nei­mit­tel das be­ste­hen­de Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren bei­zu­be­hal­ten.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me - be­dingt

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat hat das Fol­ter­gü­ter­ge­setz mit einer Än­de­rung an den Na­tio­nal­rat re­tour­niert. Die klei­ne Kam­mer will die Hand­ha­bung mit Me­di­ka­men­ten, die für den Voll­zug der To­des­stra­fe an­ge­wen­det wer­den kön­nen, nicht im neuen Fol­ter­gü­ter­ge­setz re­geln.

Ab­kom­men Schweiz-UK als Si­gnal für of­fe­ne Fi­nanz­mär­ke

Das Berne Fi­nan­ci­al Ser­vices Agree­ment mar­kiert den Start einer neu­ar­ti­gen Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen zwei der wich­tigs­ten Fi­nanz­märk­te Eu­ro­pas.

Darum geht es: Das Ab­kom­men er­mög­licht einen bes­se­ren Markt­zu­gang für grenz­über­schrei­ten­de Dienst­leis­tun­gen in den Be­rei­chen Ban­ken und In­ves­ti­tio­nen, Ver­mö­gens­ver­wal­tung, Ver­si­che­run­gen und Fi­nanz­markt­in­fra­struk­tur mit einem stra­te­gisch wich­ti­gen Part­ner­land. Das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich ist der viert­wich­tigs­te Han­dels­part­ner der Schweiz mit einem jähr­li­chen Han­dels­vo­lu­men von rund 20 Mil­li­ar­den Fran­ken.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: eco­no­mie­su­is­se un­ter­stützt das Ab­kom­men. Mit die­sem wer­den die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zwi­schen UK und der Schweiz wei­ter ver­tieft. Es hat ge­samt­wirt­schaft­lich einen po­si­ti­ven Nut­zen und stärkt den hie­si­gen Fi­nanz­platz. Ge­ra­de in Zei­ten geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen und wach­sen­den Pro­tek­tio­nis­mus sen­den die Schweiz und das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich damit ein star­kes Si­gnal für of­fe­ne Märk­te und Zu­sam­men­ar­beit aus. Nun ist es wich­tig, die Ra­ti­fi­zie­rung und Im­ple­men­tie­rung des Ab­kom­mens rasch an­zu­ge­hen.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me

Stand der Be­ra­tun­gen: Ein­stim­mig hat die klei­ne Kam­mer das im ver­gan­ge­nen Jahr ab­ge­schlos­se­ne Fi­nanz­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und Gross­bri­tan­ni­en ge­neh­migt. Bevor das Ab­kom­men in Kraft tre­ten kann, müs­sen die Par­la­men­te bei­der Län­der zu­stim­men. In der Schweiz ist als Nächs­tes der Na­tio­nal­rat am Zug.

Wirt­schaft un­ter­stützt Fokus auf Ge­sund­heit und Ukrai­ne

Die Pri­vat­wirt­schaft kann zur In­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit (IZA), wel­che pri­mär Hilfe zur Selbst­hil­fe sein muss, einen zen­tra­len Bei­trag leis­ten.

Darum geht es: Die IZA-Stra­te­gie 2025-2028 sieht ein Bud­get von 11.27 Mil­li­ar­den Fran­ken vor. Damit wer­den die drei Pfei­ler der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit (hu­ma­ni­tä­re Hilfe, Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, För­de­rung von Frie­den, De­mo­kra­tie und Men­schen­rech­te) fi­nan­ziert. Bei der Ver­wen­dung der Mit­tel möch­te die APK-N einen Schwer­punkt auf Bil­dung und Ge­sund­heit set­zen.

Die Ziel­set­zung ist aber ins­ge­samt immer noch wenig prä­zis.. Des­halb braucht es ei­ner­seits ge­schärf­te stra­te­gi­sche Zwi­schen­zie­le. Schliess­lich plä­diert eco­no­mie­su­is­se im Sinne einer ef­fi­zi­en­te­ren Res­sour­cen­al­lo­ka­ti­on für eine Fo­kus­sie­rung auf we­ni­ger Län­der.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Wirt­schaft hält die Ziel­set­zung der IZA-Stra­te­gie 2025-2028 grund­sätz­lich für sinn­voll und un­ter­stützt den Fokus auf die vier Be­rei­che mensch­li­che Ent­wick­lung, nach­hal­ti­ge Wirt­schafts­ent­wick­lung, Klima und Um­welt, Frie­den und Gou­vern­anz.

  • Der Fokus auf Ge­sund­heit und Bil­dung wird von der Wirt­schaft be­grüsst. Die Schweiz weist beim Ge­sund­heits­we­sen eine be­son­de­re Stär­ke auf. Diese muss ge­nutzt wer­den. eco­no­mie­su­is­se be­für­wor­tet daher so­wohl eine Ver­län­ge­rung der Ge­sund­heits­aus­sen­po­li­tik 2019-2024 wie auch eine Mit­te­ler­hö­hung in­ner­halb des Zah­lungs­rah­mens für den IZA-Schwer­punkt Ge­sund­heit.
  • eco­no­mie­su­is­se un­ter­stützt die vor­ge­schla­ge­ne Mit­tel­zu­wei­sung von CHF 1.5 Mrd. an die Ukrai­ne als Mi­ni­mal­be­trag. Diese stellt einen aus­ge­wo­ge­nen Kom­pro­miss zwi­schen den glei­cher­mas­sen be­rech­tig­ten Zie­len der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und der Un­ter­stüt­zung der Ukrai­ne dar. Die Ukrai­ne ist nicht zu­letzt sys­tem­re­le­vant für die Er­näh­rungs­si­cher­heit vie­ler Ent­wick­lungs­län­der.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me

Stand der Be­ra­tun­gen: Das Par­la­ment hat sich über den Ver­pflich­tungs­kre­dit für die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit in der Jah­ren 2025 bis 2028 ge­ei­nigt und einer Kür­zung  des Kre­dits um 151 Mil­lio­nen Fran­ken zu­ge­stimmt. Nicht ge­kürzt wer­den soll die Hilfe für die Ukrai­ne. Die Vor­la­ge ist nun unter Dach und Fach.

Wirk­sa­me Un­ter­stüt­zung für Wie­der­auf­bau der Ukrai­ne

Ende 2023 wurde der fi­nan­zi­el­le Be­darf für den Wie­der­auf­bau auf 486 Mil­li­ar­den US-Dol­lar ge­schätzt. An­ge­sichts die­ser Her­aus­for­de­rung ist die Un­ter­stüt­zung über die Eu­ro­päi­sche Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung (EBWE) ein wich­ti­ger Pfei­ler für die Ukrai­ne-Hilfe der Schweiz.

Darum geht es: Der Bun­des­rat be­an­tragt mit sei­ner Bot­schaft einen Ver­pflich­tungs­kre­dit über 96,11 Mil­lio­nen Fran­ken für die Be­tei­li­gung an der haupt­säch­lich dem Wie­der­auf­bau der Ukrai­ne die­nen­den Ka­pi­tal­er­hö­hung der EBWE.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: eco­no­mie­su­is­se un­ter­stützt die Be­tei­li­gung der Schweiz an der Ka­pi­tal­er­hö­hung der Eu­ro­päi­schen Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung zu­guns­ten der Ukrai­ne.

Neben den bi­la­te­ra­len Mass­nah­men ist auch die mul­ti­la­te­ra­le Un­ter­stüt­zung über In­sti­tu­tio­nen wie die EBWE ein wich­ti­ger Pfei­ler der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit der Schweiz. An­ge­sichts des Aus­mas­ses des Wie­der­auf­baus in der Ukrai­ne schafft die Bank durch ihre Pro­jek­te und die Be­reit­stel­lung von Fi­nan­zie­run­gen auch Be­tei­li­gungs­mög­lich­kei­ten für die Schwei­zer Wirt­schaft. Schwei­zer Fir­men kön­nen ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen In­dus­trie­pro­duk­ti­on, Trans­port und Lo­gis­tik, En­er­gie sowie In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­en einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten. Sie ver­fü­gen folg­lich in vie­len Be­rei­chen über das Know­how, wel­ches für das En­ga­ge­ment der EBWE in der Ukrai­ne nötig ist.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me

Stand der Be­ra­tun­gen: Die klei­ne Kam­mer hat mit 36 zu 2 Stim­men be­schlos­sen, dass die Schweiz sich mit einem Kre­dit von 96,11 Mil­lio­nen Fran­ken an einer Ka­pi­tal­er­hö­hung der Eu­ro­päi­schen Bank für Wie­der­auf­bau und Ent­wick­lung zu­guns­ten der Ukrai­ne be­tei­li­gen soll.

Di­gi­ta­li­sie­rung und Ver­ein­fa­chung zu­guns­ten der Ex­port­wirt­schaft

Mit dem DaziT-Pro­gramm soll der Zoll di­gi­ta­li­siert wer­den. Die To­tal­re­vi­si­on des Zoll­ge­set­zes leis­tet somit einen wert­vol­len Bei­trag zur Mo­der­ni­sie­rung und Ver­bes­se­rung der wirt­schafts­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen der Schweiz. Die Vor­la­ge be­darf je­doch noch ei­ni­ger De­tail­kor­rek­tu­ren.

Darum geht es: Mit der To­tal­re­vi­si­on sol­len die ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­be­rei­che des Bun­des­amts für Zoll und Grenz­si­cher­heit zu­sam­men­ge­führt und har­mo­ni­siert wer­den. Das neue Ge­setz um­fasst daher Grund­la­gen für die un­ter­schied­lichs­ten Be­rei­che von Ver­zol­lungs­ver­fah­ren bis hin zur Zu­sam­men­ar­beit mit der Po­li­zei. Die Re­vi­si­on bil­det zu­sam­men mit dem Trans­for­ma­ti­ons­pro­gramm DaziT die Grund­la­ge für eine längst über­fäl­li­ge Mo­der­ni­sie­rung der Zoll­pro­zes­se.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die WAK-S hat eine gute Grund­la­ge für die Stän­de­rats­de­bat­te ge­schaf­fen. Aus Sicht von eco­no­mie­su­is­se sind aber fol­gen­de Punk­te nach­zu­bes­sern:

  • Art. 6 BAZG-VG / Art. 11a-f ZoG: Die Ver­si­on des Na­tio­nal­rats ist jener der Kom­mis­si­ons­mehr­heit vor­zu­zie­hen. Letz­te­re würde für die Le­bens­mit­tel­her­stel­ler zu einer Ver­schlech­te­rung füh­ren.
  • Hin­ge­gen ist es po­si­tiv, dass Art. 13 BAZG-VG be­züg­lich An­mel­de­pflicht auf die Ver­si­on BR zu­rück­ge­setzt wurde. Die Zol­lan­mel­de­pflicht re­du­ziert das Ri­si­ko des Im­ports von Fäl­schun­gen und nicht zu­ge­las­se­nen Pro­duk­ten.
  • Art. 15 Abs. 3 BAZG-VG: Der Min­der­heits­an­trag schafft eine zu­sätz­li­che Ver­fah­rens­ver­ein­fa­chung. Sie soll­te aber als Er­gän­zung zur be­ste­hen­den Ver­ein­fa­chung «ver­ein­fach­ten Wa­ren­an­mel­dung» (Art. 15 Abs. 3 Ver­si­on NR) ein­ge­führt wer­den und nicht als deren Er­satz.  Daher schla­gen wir vor, das An­lie­gen als neuen Ab­satz bei Art. 15 ein­zu­fü­gen.
  • Art. 19 Abs. 2 BAZG-VG: eco­no­mie­su­is­se be­vor­zugt die Ver­si­on des Bun­des­rats. Die Pflicht zur Ak­ti­vie­rung einer Wa­ren­an­mel­dung soll nicht auf einen ein­zi­gen Ak­teur be­schränkt wer­den.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me - be­dingt

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat hat die Vor­la­ge ein­stim­mig mit 33 zu 0 Stim­men ver­ab­schie­det. In ver­schie­de­nen Fra­gen blei­ben noch Dif­fe­ren­zen zum Na­tio­nal­rat. 

All­ge­mei­ne Wirt­schafts­po­li­tik

Neue In­stru­men­te zur Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei

Ein neues Ge­setz zur Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei soll die In­te­gri­tät des Fi­nanz­plat­zes durch die Ein­füh­rung eines Re­gis­ters für wirt­schaft­lich Be­rech­tig­te stär­ken. An­ge­sichts der Län­der­über­prü­fung durch die Fi­nan­ci­al Ac­tion Task Force (FATF) ist das wich­tig für die glo­ba­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Schweiz.

Darum geht es: Die FATF-Län­der­prü­fung 2027/2028 for­der­te von der Schweiz eine bes­se­re Geld­wä­sche­rei­prä­ven­ti­on. Das ge­plan­te Bun­des­ge­setz über die Trans­pa­renz ju­ris­ti­scher Per­so­nen und die Iden­ti­fi­ka­ti­on der wirt­schaft­lich be­rech­tig­ten Per­so­nen (TJPG) soll mehr Trans­pa­renz dar­über schaf­fen, wer eine ju­ris­ti­sche Per­son tat­säch­lich kon­trol­liert, und die Ein­hal­tung der in­ter­na­tio­na­len FATF-Stan­dards si­cher­stel­len. Das Bun­des­ge­setz sieht die Ein­füh­rung eines zen­tra­len, nicht öf­fent­li­chen und nur den Be­hör­den zu­gäng­li­chen Re­gis­ters vor, das die Iden­ti­fi­ka­ti­on wirt­schaft­lich be­rech­tig­ter Per­so­nen er­mög­licht und zur re­gel­mäs­si­gen Ak­tua­li­sie­rung ver­pflich­tet.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on hat in wich­ti­gen Punk­ten be­reits die Wei­chen rich­tig ge­stellt. Die Wirt­schaft un­ter­stützt die Ein­füh­rung eines Re­gis­ters ge­mäss Mehr­heits­mei­nung der RK-S. eco­no­mie­su­is­se ist je­doch für eine Rich­tig­keits­ver­mu­tung der Ein­trä­ge. Daher ist die Min­der­heits­mei­nung RK-S (Art. 31 TJPG) zu un­ter­stüt­zen.

Weil die RK-S ent­schie­den hat, die Vor­la­ge auf­zu­tei­len und den Nach­bes­se­rungs­be­darf bei der Er­fas­sung der Be­ra­ter spä­ter mit den Be­rufs­ver­bän­den zu klä­ren, könn­te es zu Ver­zö­ge­run­gen bei der recht­zei­ti­gen Re­gu­lie­rungs­rah­mens für das FATF Län­der­ex­amen kom­men. Die Wirt­schaft for­dert, dass auch die zwei­te Vor­la­ge zügig vor­an­ge­trie­ben wer­den muss.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me-be­dingt

Stand der Be­ra­tun­gen: Die klei­ne Kam­mer hat das Bun­des­ge­setz in der Ge­samt­ab­stim­mung mit 26 zu 6 Stim­men bei 3 Ent­hal­tun­gen gut­ge­heis­sen. Die Vor­la­ge geht nun an den Na­tio­nal­rat.

Kan­to­na­le Mo­no­pol­kas­sen füh­ren zur Staats­me­di­zin

Die Kan­to­ne kön­nen be­reits heute Kran­ken­ver­si­che­run­gen grün­den. Diese müs­sen aber im Wett­be­werb mit an­de­ren An­bie­tern ste­hen. Der Kan­ton Genf will mit einer Stan­des­in­itia­ti­ve eine Mo­no­pol­kas­se schaf­fen, die sich dem Wett­be­werb ent­zie­hen kann. Mo­no­po­le sind immer teuer und in­ef­fi­zi­ent - ein Re­zept für hohe Prä­mi­en.

Darum geht es: Die Ein­heits­kran­ken­kas­se ist in eid­ge­nös­si­schen Ab­stim­mun­gen be­reits mehr­fach ab­ge­lehnt wor­den. Der Gros­se Rat des Kan­tons Genf for­dert die Bun­des­ver­samm­lung den­noch auf, eine ge­setz­li­che Grund­la­ge zu schaf­fen, damit die Kan­to­ne eine Mo­no­pol­kas­se tes­ten kön­nen. Der ge­än­der­te Rechts­rah­men soll es Genf und an­de­ren Kan­to­nen er­mög­li­chen, ein staat­li­ches Ge­sund­heits­we­sen ein­zu­füh­ren.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Die Wirt­schaft lehnt die Stan­des­in­itia­ti­ve ab, weil sie das Kos­ten­pro­blem im Ge­sund­heits­we­sen ver­schärft. Der Wett­be­werb unter den Kran­ken­ver­si­che­rern setzt wich­ti­ge An­rei­ze, die mit einer Ein­heits­kas­se ver­lo­ren­gin­gen. Keine Kasse kann es sich heute leis­ten, die Kos­ten nicht im Griff zu haben oder die Ver­wal­tung un­nö­tig auf­zu­blä­hen. Sie würde Ver­si­cher­te ver­lie­ren. Gleich­zei­tig ver­su­chen die Ver­si­che­rer, mit gutem Ser­vice und in­no­va­ti­ven An­ge­bo­ten neue Kun­din­nen und Kun­den zu ge­win­nen. So sind in den letz­ten Jah­ren Ver­si­che­rungs­mo­del­le wie HMO, Te­le­me­di­zin oder Ma­na­ged Care für die Ver­si­cher­ten immer at­trak­ti­ver ge­wor­den.

Der Kan­ton Genf stellt sich eine Ein­heits­ver­si­che­rung nach dem Vor­bild der SUVA vor und ver­weist auf deren gute Leis­tun­gen. Dabei über­sieht er, dass zum einen die SUVA keine echte Mo­no­po­lis­tin, son­dern mit pri­va­ten An­bie­tern kon­kur­rie­ren muss. Zum an­de­ren ist die Kos­ten­dy­na­mik in der Kran­ken­ver­si­che­rung nicht mit jener der Un­fall­ver­si­che­rung gleich­zu­set­zen.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: Ab­leh­nung

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat hat die Stan­des­in­itia­ti­ve mit 26 zu 14 Stim­men ab­ge­lehnt und ist damit ihrer vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on ge­folgt. Als nächs­tes be­fin­det der Na­tio­nal­rat dar­über.

En­er­gie, Um­welt & In­fra­struk­tur

Wer auf Er­neu­er­ba­re bauen will, muss diese auch bauen wol­len

Die be­ste­hen­den Ver­fah­ren für die Pla­nung und den Bau gros­ser Kraft­wer­ke für er­neu­er­ba­re En­er­gi­en ge­fähr­den die Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Sie sind müh­sam bis teils ab­surd – es braucht drin­gend eine Straf­fung.

Darum geht es: Mit den heute gel­ten­den Pla­nungs-, Be­wil­li­gungs- und Rechts­mit­tel­ver­fah­ren kön­nen sich Pro­jek­te um 20 Jahre oder mehr ver­zö­gern. Um den not­wen­di­gen ra­schen Aus­bau der er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en zu er­mög­li­chen, sol­len des­halb diese Ver­fah­ren ver­ein­facht und vor allem be­schleu­nigt wer­den. Damit will der Bun­des­rat die Vor­aus­set­zun­gen für einen ra­schen Aus­bau von Pro­duk­ti­ons­an­la­gen für er­neu­er­ba­re En­er­gi­en sowie von Über­tra­gungs­lei­tun­gen schaf­fen.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: Ins­ge­samt adres­siert die Vor­la­ge die rich­ti­gen Hebel für eine Ver­fah­rens­be­schleu­ni­gung bei er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en. Mit dem neuen kan­to­na­len Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren und der Be­schrän­kung der Be­schwer­de­mög­lich­kei­ten auf zwei In­stan­zen wer­den die Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren be­schleu­nigt.

Damit die lau­fen­den Pro­jek­te des So­lar­ex­pres­ses wei­ter­ver­folgt wer­den, braucht es eine Ver­län­ge­rung des Ge­set­zes oder eine ge­eig­ne­te An­schluss­lö­sung. Zum einen sind bei di­ver­sen Pro­jek­ten Ein­spra­chen zu er­war­ten, die den Fahr­plan ver­zö­gern könn­ten, und zum an­de­ren ist auf­grund der kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen im al­pi­nen Ge­län­de die Bau­pha­se in den Som­mer­mo­na­ten auf drei bis fünf Mo­na­te be­grenzt. Diese Bau­pha­se wird teil­wei­se durch Um­welt­auf­la­gen wei­ter ver­kürzt (keine Bau­tä­tig­kei­ten wäh­rend Brut­zei­ten). Die von der UREK-S vor­ge­schla­ge­ne Lö­sung ist ein kla­res Zei­chen sei­tens der Po­li­tik zur Stär­kung der In­ves­ti­ti­ons­si­cher­heit.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Stän­de­rat will die Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren für den Bau von An­la­gen zur Er­zeu­gung er­neu­er­ba­rer En­er­gi­en be­schleu­ni­gen. Dabei geht er wei­ter als der Na­tio­nal­rat und hat be­schlos­sen, Ver­bands­be­schwer­den für 16 Was­ser­kraft-Pro­jek­te nicht zu­zu­las­sen. Das Ge­schäft geht zur Dif­fe­renz­ber­ei­ni­gung an den Na­tio­nal­rat zu­rück.

De­indus­tria­li­sie­rung: So geht es nicht wei­ter

Die Strom­re­ser­ve ist wich­tig, so­lan­ge wir kein Strom­ab­kom­men mit der EU und keine aus­rei­chen­de in­län­di­sche Pro­duk­ti­on haben. Die Ge­büh­ren müs­sen je­doch faire ver­teilt wer­den, da sonst die Ge­fahr von De­indus­tria­li­sie­rung und Car­bon Le­a­ka­ge be­steht - wie in Deutsch­land. Es braucht eine Lö­sung ana­log der Rück­erstat­tung des Netz­zu­schlags.

Darum geht es: Das Par­la­ment hat im Strom­ge­setz die ge­setz­li­chen Grund­la­gen für eine Strom­re­ser­ve ge­schaf­fen, wel­che der Bun­des­rat nun er­wei­tern will. Diese Strom­re­ser­ve ist wich­tig, aber sie führt auch zu einer er­heb­li­chen Ge­büh­ren­last, die fair ver­teilt wer­den muss.

Das fin­det eco­no­mie­su­is­se: eco­no­mie­su­is­se un­ter­stützt die Ver­ste­ti­gung der Re­ser­ve – ohne Ver­sor­gungs­si­cher­heit kein Wohl­stand und kein Netto Null. Ins­be­son­de­re be­grüsst die Wirt­schaft, dass die Ver­brauchs­re­ser­ve ein ver­bind­li­cher Be­stand­teil der Re­ser­ve wer­den soll: So kann die Re­ser­ve wei­ter di­ver­si­fi­ziert wer­den und die Un­ter­neh­men kön­nen einen wich­ti­gen Bei­trag zur Re­ser­ve­bil­dung leis­ten.

Die Strom­re­ser­ve ver­stärkt al­ler­dings auch den be­sorg­nis­er­re­gen­den Trend der stei­gen­den Ge­büh­ren­last für Un­ter­neh­men, was die De­indus­tria­li­sie­rung und die Ab­wan­de­rung von ver­gleichs­wei­se kli­ma­güns­ti­gen Schwei­zer Un­ter­neh­men ins Aus­land be­wirkt («Car­bon Le­a­ka­ge»). Stos­send ist dabei, dass die Un­ter­neh­men für eine Leis­tung zah­len, von der sie kaum pro­fi­tie­ren: Im Ernst­fall gel­ten die Un­ter­neh­men nicht als «ge­schütz­te Kun­den» und wer­den als erste kon­tin­gen­tiert. Das ist, wie wenn Un­ter­neh­men für eine La­wi­nen­ver­bau­ung zah­len müss­ten, aber ihre Ge­bäu­de gar nicht im Schutz­pe­gel der Ver­bau­ung stün­den.

Der Vor­schlag der Kom­mis­si­on für eine Rück­erstat­tung bei Un­ter­neh­men mit min­des­tens 20% Strom­kos­ten ist viel zu hoch, denn so wären fast keine Fir­men davon be­trof­fen. Daher sol­len die En­er­gie­in­ten­si­ven ana­log zur Rück­erstat­tung des Netz­zu­schlags auch die Mög­lich­keit haben, den Tarif Strom­re­ser­ve rück­erstat­tet zu er­hal­ten.

Emp­feh­lung eco­no­mie­su­is­se: An­nah­me - be­dingt

Stand der Be­ra­tun­gen: Der Na­tio­nal­rat hat die Vor­la­ge mit 144 zu 49 Stim­men an­ge­nom­men. Eine si­che­re Strom­ver­sor­gung sei auch in ex­tre­me Lagen für die Schweiz von ent­schei­den­der Be­deu­tung. Er nahm je­doch an der Vor­la­ge der Bun­des­ra­tes meh­re­re Än­de­run­gen vor. Nein stimm­ten Teile der SVP-Frak­ti­on sowie die Grü­nen. Das Ge­schäft geht nun an der Stän­de­rat.