6. IV-Re­vi­si­on: Spar­ver­spre­chen ein­hal­ten

Die In­va­li­den­ver­si­che­rung schreibt seit 17 Jah­ren De­fi­zi­te. Mitt­ler­wei­le wurde ein Schul­den­berg von 15 Mil­li­ar­den Fran­ken auf­ge­türmt – die Ver­si­che­rung muss drin­gend sa­niert wer­den. 2009 be­wil­lig­te das Volk eine be­fris­te­te Er­hö­hung der Mehr­wert­steu­er zu­guns­ten der IV. Ein wich­ti­ges Ar­gu­ment im Ab­stim­mungs­kampf war das Ver­spre­chen des Bun­des­rats und des Par­la­ments, mit einer aus­ga­ben­ori­en­tier­ten Re­form die IV end­gül­tig und nach­hal­tig zu sa­nie­ren.

Die­ses Ver­spre­chen war der Be­weg­grund für die Wirt­schaft, die be­fris­te­te Mehr­wert­steu­er­er­hö­hung mit­zu­tra­gen. Doch nun droht die­ses Spar­ver­spre­chen nicht ein­ge­löst zu wer­den, was der Glaub­wür­dig­keit der Po­li­tik scha­den würde.

Im zwei­ten Mass­nah­men­pa­ket der 6. IV-Re­vi­si­on wird vom ur­sprüng­li­chen Ent­las­tungs­ziel immer wei­ter ab­ge­rückt. Wäh­rend in der Ver­nehm­las­sungs­vor­la­ge noch von einem er­for­der­li­chen Spar­um­fang von 700 Mil­lio­nen Fran­ken aus­ge­gan­gen wurde, war be­reits in der Bot­schaft des Bun­des­rats nur noch von 325 Mil­lio­nen Fran­ken die Rede.

Nun hat die So­zi­al­kom­mis­si­on des Stän­de­rats den Spar­be­trag noch­mals um 75 Mil­lio­nen auf 250 Mil­lio­nen Fran­ken re­du­ziert. Die ge­gen­über der ur­sprüng­li­chen Vor­la­ge we­sent­lich ge­rin­ge­ren Ent­las­tun­gen ge­fähr­den das Ver­spre­chen des Bun­des­rats und des Par­la­ments, die IV bis zum Aus­lau­fen der Mehr­wert­steu­er­zu­satz­fi­nan­zie­rung im Jahr 2017 auf ei­ge­ne, fi­nan­zi­ell ge­sun­de Beine zu stel­len.

Weil die­ses Ziel zum Nut­zen der IV und ihrer Glaub­wür­dig­keit er­reicht wer­den muss, ist am ur­sprüng­li­chen Ent­las­tungs­vo­lu­men ohne Wenn und Aber fest­zu­hal­ten. Dar­über hin­aus braucht die IV eine Schul­den­brem­se. Nur so kann die fi­nan­zi­el­le Nach­hal­tig­keit si­cher­ge­stellt wer­den.