Vernehmlassungsantwort

Stel­lung­nah­me FINMA-Rund­schrei­ben «Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce – Ban­ken»

eco­no­mie­su­is­se lehnt den Ent­wurf zum FINMA-Rund­schrei­ben 2016 «Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce – Ban­ken» aus prin­zi­pi­el­len Über­le­gun­gen zur Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce ab. In­halt­lich stösst die FINMA zwar ver­ein­zelt The­men an, wel­che aus Sicht einer mo­der­nen Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce Un­ter­stüt­zung ver­dien­ten. Ihre Vor­ga­ben führt die FINMA aber als gröss­ten­teils zwin­gen­de Nor­men unter hoher De­tail­lie­rungs­dich­te ein. Ver­schärft wird dies da­durch, dass Rund­schrei­ben der FINMA bei den Adres­sa­ten fak­tisch Ge­set­zescha­rak­ter haben. Auf­grund des hohen De­tail­lie­rungs­gra­des und der man­geln­den Fle­xi­bi­li­tät bei der Um­set­zung engt das Rund­schrei­ben die Adres­sa­ten stark ein. Die Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce in der Schweiz ist ge­prägt von einem er­folg­rei­chen und eta­blier­ten Sys­tem der Selbst­re­gu­lie­rung, prä­zi­se ein­ge­bet­tet in die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben. Die Emp­feh­lun­gen des Swiss Code of Best Prac­tice for Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce («Swiss Code») wer­den in allen Bran­chen als Bench­mark in Bezug auf Cor­po­ra­te-Go­ver­nan­ce-Richt­li­ni­en an­er­kannt, dies auf einer grund­sätz­lich frei­wil­li­gen Basis auf der Grund­la­ge von «Com­ply or Ex­plain». Bran­chen­spe­zi­fi­sche De­tail­re­ge­lun­gen, wie sie die FINMA nun für die von ihr re­gu­lier­ten In­sti­tu­te vor­schrei­ben will, be­ein­träch­ti­gen das funk­tio­nie­ren­de Zu­sam­men­spiel zwi­schen Selbst­re­gu­lie­rung und «hard law». Ein mög­li­ches Über­schwap­pen der vor­ge­schla­ge­nen Be­stim­mun­gen der FINMA auf wei­te­re Bran­chen würde die­sen ne­ga­ti­ven Ein­fluss noch ver­schär­fen.