Spital

Schäd­li­che Sub­ven­tio­nen an die Spi­tä­ler

Die kan­to­na­len Sub­ven­tio­nen an die öf­fent­li­chen Spi­tä­ler sind wei­ter­hin be­trächt­lich. Dies hat eine Stu­die der Uni­ver­si­tät Basel nach­ge­wie­sen. Seit 2013 sind die Zah­lun­gen der Kan­to­ne in Form von ge­mein­wirt­schaft­li­chen Leis­tun­gen, über­höh­ter Ba­sis­fall­wer­te und In­ves­ti­tio­nen kaum zu­rück­ge­gan­gen. Dies schwächt den Leis­tungs­wett­be­werb unter den Spi­tä­lern und be­hin­dert den nö­ti­gen Struk­tur­wan­del. Die Rech­nung zah­len die Prä­mi­en- und Steu­er­zah­ler.

Prof. Ste­fan Fel­der hat für seine ak­tu­el­le Stu­die das Aus­mass der Sub­ven­tio­nie­rung über Tarif- und Fi­nan­zie­rungs­un­ter­schie­de öf­fent­li­cher und halb­öf­fent­li­cher Spi­tä­ler be­rech­net. Ganze 2,3 Mil­li­ar­den Fran­ken wer­den von den Kan­to­nen dafür jähr­lich aus­ge­ge­ben. Mög­lich ist dies über drei Ka­nä­le:

  • Über die Ab­gel­tung von ge­mein­wirt­schaft­li­chen Leis­tun­gen (GWL) wie Ope­ra­ti­ons­sä­le, Ret­tungs­diens­te, For­schung und uni­ver­si­tä­re Lehre, Bei­trä­ge für die Fi­nan­zie­rung von Vor­hal­te­leis­tun­gen usw. Das Pro­blem liegt vor allem in der In­trans­pa­renz die­ser Leis­tun­gen. Zu­recht ver­langt ein Vor­stoss im Par­la­ment, dass sol­che Leis­tun­gen trans­pa­rent aus­ge­schrie­ben und ver­ge­ben wer­den.
     
  • Über die Sub­ven­tio­nie­rung eines Spi­tals durch einen über­höh­ten Ba­sis­fall­wert. Nach­wei­sen konn­te der Autor dies mit­hil­fe einer Re­gres­si­ons­ana­ly­se von ver­gleich­ba­ren An­bie­tern. Über­höh­te Ba­sis­fall­wer­te sind mög­lich, weil die Kan­to­ne di­rek­ten Ein­fluss auf deren Be­stim­mung neh­men kön­nen. Aus re­gio­nal­po­li­ti­schen Grün­den be­vor­zu­gen sie ihre ei­ge­nen Häu­ser, statt die Werte nach ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en zu ge­neh­mi­gen.
     
  • Über of­fe­ne oder ver­deck­te kan­to­na­le Fi­nan­zie­rung der In­ves­ti­ti­ons­kos­ten von Spi­tä­lern. Dies kann bei­spiels­wei­se über die Ver­mie­tung von Im­mo­bi­li­en und An­la­gen un­ter­halb markt­üb­li­cher Kon­di­tio­nen ge­sche­hen. Das führt zu Ver­zer­run­gen in der Kos­ten­struk­tur und fal­scher Al­lo­ka­ti­on der Res­sour­cen.

Sub­ven­tio­nie­rung of­fen­bart das Go­ver­nan­ce-Pro­blem der Kan­to­ne

Seit 2013 haben die Kan­to­ne Waadt (+30 Pro­zent) und St. Gal­len (+25 Pro­zent) die Ge­samt­sub­ven­tio­nen mas­siv er­höht. Ver­bes­sert haben sich Ap­pen­zell Aus­ser­rho­den (-59%), Schaff­hau­sen (-39%) und Genf (-27%). Letz­te­rer al­ler­dings auf hohem Ni­veau. Durch­schnitt­lich wer­den pro Fall immer noch 1823 Fran­ken sub­ven­tio­niert. Beim Spit­zen­rei­ter Waadt sind es sa­gen­haf­te 5244 Fran­ken.

Diese Re­sul­ta­te ver­deut­li­chen das Go­ver­nan­ce-Pro­blem der Kan­to­ne. Ihre Mehr­fach­rol­le als Ei­gen­tü­mer, Fi­nan­zie­rer, Pla­ner, Auf­sichts­or­gan, Ge­sund­heits­po­li­zei und Schieds­rich­ter ist immer noch un­ge­löst. Im Rah­men der ein­heit­li­chen Fi­nan­zie­rung gäbe es für das Par­la­ment eine gute Ge­le­gen­heit, diese pro­ble­ma­ti­sche Mehr­fach­rol­le zu ent­flech­ten. Es ist Zeit, die Spi­tä­ler in die Un­ab­hän­gig­keit zu ent­las­sen!