Erdölpumpe

Schwei­zer Wirt­schaft un­ter­stützt ra­sche Über­nah­me des sechs­ten Sank­ti­ons­pa­kets

Die EU hat un­längst den Im­port von rus­si­schem Erdöl sowie wei­te­re Sank­tio­nen gegen Russ­land be­schlos­sen. Mit dem heu­ti­gen Bun­des­rats­ent­scheid wer­den diese Mass­nah­men in der Schweiz zügig nach­voll­zo­gen. Die­ser Be­schluss wird von der Wirt­schaft ge­stützt.

Der Bun­des­rat hat an sei­ner heu­ti­gen Sit­zung be­schlos­sen, das sechs­te Sank­ti­ons­pa­ket der EU gegen Russ­land zu über­neh­men. Damit hat die Schweiz seit Kriegs­aus­bruch kon­se­quent die Sank­tio­nen der EU als Teil einer in­ter­na­tio­na­len Wer­te­ge­mein­schaft mit­ge­tra­gen. Die Schwei­zer Wirt­schaft steht hin­ter die­sem Vor­ge­hen und setzt die bis­he­ri­gen Mass­nah­men ge­wis­sen­haft um.

Fokus auf Erdöl

Das sechs­te Sank­ti­ons­pa­ket der EU setzt in ers­ter Linie auf ein Em­bar­go von rus­si­schem Öl. So wird der Kauf, die Ein­fuhr oder der Trans­fer von Rohöl und be­stimm­ten Erd­öl­er­zeug­nis­sen aus Russ­land in die EU schritt­wei­se ver­bo­ten. In der Schweiz ist nun das De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF) mit der An­pas­sung der Ver­ord­nung über Mass­nah­men im Zu­sam­men­hang mit der Si­tua­ti­on in der Ukrai­ne be­auf­tragt. Zudem soll die Bun­des­ver­wal­tung prü­fen, wel­che Fol­gen die Über­nah­me des Öl­em­bar­gos auf die Schweiz haben könn­te. Da in der Schweiz bis­her nur 0.3 Pro­zent der Erd­öl­im­por­te aus Russ­land stam­men, ist aus Sicht der Wirt­schaft zu er­war­ten, dass das Em­bar­go die Erd­öl­ver­sor­gung der Schweiz nicht di­rekt be­tref­fen wird.

Wei­te­re wich­ti­ge Be­stand­tei­le der vom Bun­des­rat be­schlos­se­nen Mass­nah­men hat das WBF im Rah­men sei­ner Kom­pe­ten­zen an­ge­passt und sie tre­ten heute um 18 Uhr in Kraft. Diese An­pas­sun­gen um­fas­sen eine Aus­wei­tung des SWIFT-Ver­bots auf wei­te­re rus­si­sche Ban­ken und eine er­wei­ter­te Liste der sank­tio­nier­ten Per­so­nen und Ein­rich­tun­gen, die von den Aus­fuhr­be­schrän­kun­gen für Güter und Tech­no­lo­gi­en mit dop­pel­tem Ver­wen­dungs­zweck be­trof­fen sind.

Wirt­schafts­sank­tio­nen der Schweiz sol­len auch künf­tig in­ter­na­tio­nal ko­or­di­niert sein

Der heu­ti­ge Ent­scheid der Lan­des­re­gie­rung steht be­zeich­nend dafür, dass Mass­nah­men der Schweiz im Zu­sam­men­hang mit Wirt­schafts­sank­tio­nen in­ter­na­tio­nal breit ab­ge­stimmt sind. Da­ge­gen hät­ten le­dig­lich von einem ein­zi­gen Land er­grif­fe­ne und in­ter­na­tio­nal nicht ko­or­di­nier­te Sank­tio­nen – bes­ten­falls – nur eine äus­serst be­grenz­te Wir­kung. Sie kön­nen aber zu star­ken Ge­gen­mass­nah­men des be­trof­fe­nen Re­gimes füh­ren. Als neu­tra­les Land mit einer in­ter­na­tio­nal stark ver­netz­ten Volks­wirt­schaft ist die Schweiz auf­grund des neuen geo­po­li­ti­schen Um­felds stark ex­po­niert. Aus Sicht von eco­no­mie­su­is­se sind iso­lier­te Sank­tio­nen der Schweiz daher nicht ziel­füh­rend.