Keine Di­gi­ta­li­sie­rung ohne mo­der­ne Mo­bil­funk­net­ze

Di­gi­ta­li­sie­rung ist ohne leis­tungs­fä­hi­ge Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur un­denk­bar. Um mit der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung mit­zu­hal­ten und das Po­ten­zi­al der Di­gi­ta­li­sie­rung nut­zen zu kön­nen, ist die Ein­füh­rung der 5G-Tech­no­lo­gie in der Schweiz zen­tral. eco­no­mie­su­is­se und das Be­ra­tungs­un­ter­neh­men EY haben in Zu­sam­men­ar­beit mit der Mo­bil­funk­bran­che eine Aus­le­ge­ord­nung zu 5G vor­ge­nom­men und kom­men zum Schluss, dass punk­to Rah­men­be­din­gun­gen Nach­hol­be­darf be­steht.

ICT

Mo­bil­funk ist aus dem All­tag nicht mehr weg­zu­den­ken. Die Tech­no­lo­gie hat sich in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten ra­sant ent­wi­ckelt und dabei lau­fend neue, zuvor teils un­denk­ba­re Mög­lich­kei­ten er­öff­net. Die Fort­schrit­te in der Da­ten­über­tra­gung sind die Basis für eine Viel­zahl von mul­ti­me­dia­len An­ge­bo­ten und Dienst­leis­tun­gen, die den Kon­su­men­ten zu­gu­te kom­men. Mo­bil­funk ist da­ne­ben auch für Un­ter­neh­men zu einem zen­tra­len In­no­va­ti­ons­trei­ber ge­wor­den, der eine lau­fen­de Stei­ge­rung der Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz und die Er­schlies­sung neuer Ge­schäfts­fel­der er­laubt. Davon pro­fi­tiert die hie­si­ge Wert­schöp­fung und somit der ge­sam­te Wirt­schafts­stand­ort.

Tech­no­lo­gie­sprung steht bevor

5G ist eine Schlüs­sel­tech­no­lo­gie für die Schweiz und wird die Leis­tungs­fä­hig­keit der Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur auf eine neue Stufe hie­ven. Die be­wäl­tig­ba­ren Da­ten­vo­lu­mi­na wer­den sich ver­viel­fa­chen, wäh­rend die La­tenz­zei­ten mas­siv ab­neh­men. Damit und dank wei­te­ren tech­ni­schen In­no­va­tio­nen ist die neue Tech­no­lo­gie ge­gen­über allen be­ste­hen­den deut­lich im Vor­teil. Al­ter­na­ti­ve Tech­no­lo­gi­en wie etwa WLAN kön­nen 5G nur punk­tu­ell er­gän­zen, nicht aber er­set­zen. Der po­ten­zi­el­le An­wen­dungs­be­reich von 5G ist rie­sig und um­spannt ver­schie­dens­te The­men­ge­bie­te: die Mo­bi­li­tät, den Tou­ris­mus, das Ge­sund­heits­we­sen, die Bil­dung oder den De­tail­han­del, um nur ei­ni­ge zu nen­nen. Zudem ent­ste­hen durch ein flä­chen­de­cken­des 5G-Netz ganz neue Mög­lich­kei­ten zur qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Ver­sor­gung der Pe­ri­phe­rie. Eine wich­ti­ge An­wen­dung ist zum Bei­spiel die Ret­tung: So kann dank 5G nach einem Un­fall be­reits vor Ort oder wäh­rend des Not­fall­trans­ports eine de­tail­lier­te Dia­gno­se (z.B. mo­bi­le Com­pu­ter­to­mo­gra­fie) vor­ge­nom­men und der Zu­stand des Pa­ti­en­ten vom Spi­tal aus in Echt­zeit über­wacht wer­den. Dies kann ins­be­son­de­re bei schwe­ren Un­fäl­len, Herz­in­fark­ten oder Schlag­an­fäl­len in länd­li­chen Ge­gen­den ent­schei­dend Zeit spa­ren. In der Mo­bi­li­tät ste­hen An­wen­dun­gen für selbst­fah­ren­de Fahr­zeu­ge im Fokus. Diese be­nö­ti­gen vor allem kurze La­tenz­zei­ten, um in einem ver­netz­ten Ver­kehr si­cher fah­ren zu kön­nen. Sol­che In­no­va­tio­nen las­sen sich ohne mo­der­ne Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur nicht um­set­zen.

Hand­lungs­be­darf, um Mehr­wert für Wirt­schaft und Ge­sell­schaft zu er­schlies­sen

Viele Län­der haben die Be­deu­tung von 5G als In­no­va­ti­ons­trei­ber er­kannt. Die Ein­füh­rung ist im Aus­land in vol­lem Gange und wird zum Bei­spiel in vie­len EU-Staa­ten von der Po­li­tik aktiv ge­för­dert. Lei­der hinkt die Schweiz dies­be­züg­lich noch hin­ter­her. Zwar hat der Bund zu­letzt die Grund­la­ge für ein Fre­quenz­ver­ga­be­ver­fah­ren ge­schaf­fen. Je­doch ver­un­mög­li­chen die üb­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen eine bal­di­ge Ein­füh­rung von Mo­bil­funk­net­zen der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on und eine Rea­li­sie­rung der damit ver­bun­de­nen Po­ten­zia­le. Um das Be­wusst­sein über die Be­deu­tung der 5G-Tech­no­lo­gie zu schär­fen, haben eco­no­mie­su­is­se und das Be­ra­tungs­un­ter­neh­men EY im Weiss­buch «Mo­bil­funk­kom­mu­ni­ka­ti­on als Schlüs­sel­fak­tor der Di­gi­ta­li­sie­rung» die Aus­gans­la­ge ana­ly­siert und drei we­sent­li­che Hand­lungs­fel­der iden­ti­fi­ziert:

1) Dia­log und Zu­sam­men­ar­beit für eine er­folg­rei­che di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on stär­ken

In den ver­schie­de­nen Dia­log- und Ko­ope­ra­ti­ons­in­itia­ti­ven von Be­hör­den, Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, Zi­vil­ge­sell­schaft und Po­li­tik zur Di­gi­ta­li­sie­rung soll die Be­deu­tung der Mo­bil­funk­kom­mu­ni­ka­ti­on als «Enabler» für In­no­va­ti­on stär­ker er­kannt wer­den, damit die Aus­ein­an­der­set­zung mit Chan­cen und Ri­si­ken früh­zei­tig er­folgt.

2) Mo­bil­funk­kom­mu­ni­ka­ti­on als Schlüs­sel­fak­tor der Di­gi­ta­li­sie­rung för­dern

Die Ent­wick­lung der Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur soll von der Po­li­tik aktiv ge­för­dert und we­ni­ger als Stör­fak­tor wahr­ge­nom­men wer­den. Ge­for­dert ist nicht nur der Bund, son­dern auch Kan­to­ne und Ge­mein­den, wel­che bei den Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren eine wich­ti­ge Rolle spie­len. Es soll über­prüft wer­den, mit wel­chen Mass­nah­men ad­mi­nis­tra­ti­ve Er­leich­te­run­gen für die Ein­füh­rung der neuen In­fra­struk­tur vom Bund oder mit dem Bund als Mo­dera­tor rea­li­siert wer­den kön­nen.

3) An­pas­sun­gen im Be­reich der Ver­ord­nung über den Schutz vor nich­tio­ni­sie­ren­der Strah­lung (NISV)

Die Ver­ord­nung über den Schutz vor nich­tio­ni­sie­ren­der Strah­lung (NISV) hat zum Zweck, Men­schen vor schäd­li­cher oder läs­ti­ger nich­tio­ni­sie­ren­der Strah­lung zu schüt­zen. Die heute gel­ten­den, im Ver­gleich zum Aus­land zehn­mal stren­ge­ren Grenz­wer­te sind je­doch un­ver­hält­nis­mäs­sig und er­schwe­ren den Aus­bau der Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur. Die Grenz­wer­te soll­ten daher im Rah­men der Emp­feh­lun­gen der WHO und unter Be­rück­sich­ti­gung von bald 20 Jah­ren Er­fah­rung mass­voll kor­ri­giert wer­den. Auch wei­te­re Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen soll­ten hin­ter­fragt wer­den, um einen ra­sche­ren Aus­bau zu er­mög­li­chen und wirt­schaft­lich mit den In­ves­ti­tio­nen um­zu­ge­hen.