Progression

For­scher be­stä­ti­gen die Stra­te­gie der Steu­er­re­form

Öko­no­men der Uni­ver­si­tät Lau­sanne haben er­rech­net, wie die Ein­nah­men aus Fir­men­steu­ern am bes­ten er­hal­ten wer­den kön­nen. Sie be­stä­ti­gen die Stra­te­gie der Steu­er­re­form voll und ganz.

Die For­scher zei­gen auf, dass die Ge­sell­schaf­ten mit kan­to­na­lem Steu­er­sta­tus sehr emp­find­lich auf die Steu­er­be­las­tung re­agie­ren. Im Mit­tel etwa sie­ben Mal emp­find­li­cher als or­dent­lich be­steu­er­te Fir­men. Steu­ern spie­len bei der Stand­ort­wahl also sehr wohl eine zen­tra­le Rolle. An­ders­lau­ten­de Aus­sa­gen der Steu­er­re­form-Geg­ner wer­den damit ein wei­te­res Mal wi­der­legt.

Kon­kret zei­gen die Schät­zun­gen der Öko­no­men, dass bei einer Er­hö­hung der Steu­er­last um zehn Pro­zent rund 22 Pro­zent die­ser Fir­men ihre Ak­ti­vi­tä­ten ver­la­gern. Mit der Ab­schaf­fung der Steu­er­sta­tus würde sich die Steu­er­be­las­tung für die be­trof­fe­nen Fir­men je­doch na­he­zu ver­dop­peln (Er­hö­hung der Steu­er­last um 100 Pro­zent!). Damit ver­bun­den wären mas­si­ve Min­der­ein­nah­men; so lie­fern die Sta­tus­fir­men heute jähr­lich mehr als 5 Mil­li­ar­den Fran­ken Ge­winn­steu­ern ab (Ein­kom­mens­steu­ern der An­ge­stell­ten und So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nicht ein­ge­rech­net). Min­der­ein­nah­men, die letzt­lich der Mit­tel­stand über Leis­tungs­kür­zun­gen oder Steu­er­er­hö­hun­gen zu tra­gen hätte.

Stra­te­gie der Steu­er­re­form be­stä­tigt

Wei­ter be­stä­ti­gen die For­scher, wie sich die Min­der­ein­nah­men am bes­ten ver­hin­dern las­sen. Mit steu­er­li­chen Ent­las­tun­gen als Kom­pen­sa­ti­on für die Ab­schaf­fung der Steu­er­sta­tus. Der op­ti­ma­le Steu­er­satz un­ter­schei­det sich dabei stark. Kan­to­ne mit vie­len Sta­tus­ge­sell­schaf­ten kön­nen die Steu­er­ein­nah­men am bes­ten er­hal­ten, indem sie die Ge­winn­steu­er sen­ken. In Kan­to­nen mit we­ni­gen Sta­tus­ge­sell­schaf­ten loh­nen sich Steu­er­sen­kun­gen we­ni­ger. Sie sind auf Er­satz­in­stru­men­te (Pa­tent­box usw.) an­ge­wie­sen.

Die Stra­te­gie der Steu­er­re­form wird voll und ganz be­stä­tigt. Die USR III über­lässt die Ge­winn­steu­er­sen­kun­gen den Kan­to­nen und bie­tet ihnen zudem eine Pa­let­te von Er­satz­in­stru­men­ten. Mit die­ser Stra­te­gie las­sen sich die sub­stan­zi­el­len Steu­er­ein­nah­men von in­ter­na­tio­na­len Ge­sell­schaf­ten am bes­ten si­chern und Mehr­be­las­tun­gen für den Mit­tel­stand ver­hin­dern. Darum un­ter­stüt­zen die kan­to­na­len Fi­nanz­di­rek­to­ren die Vor­la­ge klar und deut­lich.

Sta­tus quo ist un­halt­bar

Klar ist, der Sta­tus quo lässt sich nicht län­ger hal­ten. Seit über zehn Jah­ren wer­den die kan­to­na­len Steu­er­sta­tus in­ter­na­tio­nal kri­ti­siert. Ge­gen­über der EU hat sich die Schweiz 2014 ver­pflich­tet, die Re­gimes «as soon as pos­si­ble» ab­zu­schaf­fen. Die EU hat die Schweiz auf dem Radar, wenn es um schwar­ze Lis­ten geht. Auch die OECD hat die Schwei­zer Re­gimes be­reits ge­prüft. Nur dank einer In­ter­ven­ti­on der Schweiz wer­den die Steu­er­sta­tus auf der ak­tu­el­len OECD-Liste nicht als «harm­ful», son­dern als «in the pro­cess of being eli­mi­na­ted» ta­xiert.

Selbst wenn die Steu­er­re­form schei­tert, in­ter­na­tio­na­le Fir­men kön­nen die heu­ti­gen Re­gimes nicht län­ger nut­zen. Mit dem neuen in­ter­na­tio­na­len Da­ten­aus­tausch ge­mäss BEPS sind die Ri­si­ken schlicht zu gross. Es dro­hen Ge­gen­mass­nah­men durch an­de­re Staa­ten, eine Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung, die Ver­wei­ge­rung von Ab­zü­gen und Dop­pel­be­steue­run­gen. Be­haup­tun­gen, der Sta­tus quo lies­se sich noch­mals zwei Jahre hal­ten, sind völ­lig un­plau­si­bel und fern jeg­li­cher Rea­li­tät in den Un­ter­neh­men.